MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Peter Beidatsch

Geschichte bewusst erlebt, mit Wissen untermauert

Peter Beidatsch

Rentner
Gudvanger Str. 53
10439 Berlin

Mit den Mitschülern seiner Abiturklasse vom Abschlussjahrgang 1958 trifft sich Peter Beidatsch noch heute regelmäßig. Der 1940 in Anklam geborene junge Mann, Sohn pädagogisch orientierter Eltern, hatte danach erst einmal von Schule genug und bewarb sich für die gerade neu gegründete Nationale Volksarmee der DDR, förderlich für die spätere Studienplatzvergabe. Nach zwei Jahren dort sah ihn die Humboldt-Universität zu Berlin als Studenten der Staats- und Rechtswissenschaften. Ab August 1961 trennte die Mauer sein geliebtes Berlin. Doch noch war diese mitunter nicht unüberwindlich. Im November jenes Jahres fand er Möglichkeiten, in den Westteil der Stadt zu gelangen. Er setzte sein Studium nun an der Freien Universität fort, schieb daneben Filmkritiken, doch das Jura-Studium blieb unvollendet. Auch Peter Beidatsch wurde rebellisch, als die Studenten um 1968 den Muff aus Hochschulen und Gesellschaft austreiben wollten. Doch als er durch das erste Staatsexamen fiel, musste er nach einer beruflichen Perspektive Ausschau halten. Diese fand er bei der Pharma- und Chemiefirma Schering AG. Diesem Unternehmen blieb er als kaufmännischer Angestellter in der Rechtsabteilung bis zum Vorruhestand 1997 treu. Im Besonderen betreute er die weltweit agierenden Tochter-Gesellschaften, erarbeitete Regularien, koordinierte Aktivitäten, agierte in den Aufsichtsgremien. Zugleich ermöglichte ihm die Firma, Engagement für das Unternehmen und sein Hobby Geschichte miteinander zu verbinden. Damals war es noch ungewöhnlich, die Unternehmensgeschichte so umfangreich aufzuarbeiten, dazu ein fundiertes Archiv zu erstellen. 1989 durfte er miterleben, wie seine geteilte Stadt wieder eins wurde. Das Geschehen jenseits der Mauer hatte er stets interessiert verfolgt. Seit über zwanzig Jahren wohnt Peter Beidatsch wieder im Ostteil, fand am Prenzlauer Berg die passende Wohnung. Seine Leidenschaft für historische Literatur setzte Anfang der siebziger Jahre ein. Die Antiquariate wurden für den individualistisch geprägten Lesefreund Fundgrube seiner Sammlung von über dreitausend Bänden, nötigenfalls beim Fachmann zur Restaurierung gegeben, gern in Leder gebunden, vom Inhalt und vom Äußeren repräsentativ.
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