MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Waltraud Behnke
„Das Leben ist veränderlich – ständig und immer.“
Zahnärztin
Gohliser Straße 50
12627 Berlin
Fon: 030 / 9917192
„Das Leben ist veränderlich- ständig und immer“. Diese Worte begleiten nicht nur ihren Weg, sondern bewahrheiteten sich zum Teil in dramatischer Weise. Schon als Kind stand fest, dass sie Zahnärztin werden wollte, was allerdings nicht ohne Umwege zu bewerkstelligen war.
Waltraud Behnke wurde am 30.10.1944 geboren. 1963 legte sie das Abitur ab, doch die Studienreform hatte festgelegt, dass nur Kindern von Arbeitern und Bauern studieren dürften. Daher erlernte sie vorerst den Beruf der Hebamme. Es folgte ein praktisches Jahr, welchem eine Aufnahmeprüfung einschließlich eines manuellen Eignungspraktikums voranging, um damit die Zulassung zum Zahnmedizinstudium zu erhalten. 1971 beendete Waltraud Behnke an der Humboldt Universität zu Berlin erfolgreich ihr Studium und erhielt ihre Approbation als Zahnärztin. Sie arbeitete in staatlich festgelegter fünfjähriger Ausbildungszeit, an der Jugendzahnklinik und absolvierte in dieser Zeit planmäßig ihre fachzahnärztliche Ausbildung zur Kinderstomatologin. Ihr weiterer Weg führte sie zur Poliklinik im Haus der Ministerien, Außenstelle Ministerium Land-und Forstwirtschaft, wo sie als allgemeine Stomatologin arbeitete und ständig an Weiterbildungen und jährlichen Kolloquien teilnahm, dort hatte sie Zugang zu den neuesten Forschungsergebnissen.
Die Wende veränderte alles. Sie wurde abgewickelt, war plötzlich arbeitslos, eine Welt brach zusammen- und Waltraud Behnke fühlte sich ohnmächtig. Lange sollte dieser Zustand nicht anhalten. Sie begab sich auf die sehr schwierige Suche nach geeigneten Räumlichkeiten, baute sich die eigene Praxis auf und eröffnete selbige 1991. Die Investitionen für die komplette Praxisausstattung, die den westlichen Standards entsprachen, hielten sich dabei im Rahmen, weil sie mit viel Eigeninitiative direkt aus der Slowakei importierte. Immer wissend: nur mit Sparsamkeit und ohne kaufmännischen Druck, vor allem Ärztin bleiben zu können. Als Individualistin war dieser Schritt der einzig richtige, obwohl die Folgezeit nicht einfach war- vieles musste dazu gelernt werden. Weiterbildung ist für sie nach wie vor Freude und Verpflichtung. In wissenschaftlicher Auseinandersetzung und mithilfe von vielen auch westdeutschen engagierten Kollegen, wurde sie zur überzeugten Gegnerin von Amalgam. Ihre Erkenntnisse über diesbezügliche Allergien und Intoxikationen veröffentlichte sie in diversen Publikationen. Die Strapazen haben sich gelohnt. Die meisten Patienten kommen schon seit Jahrzehnten zu ihr und sind nicht nur von ihrem Können, sondern auch von ihrer ausgeprägter Menschlichkeit und Humor begeistert. Waltraud Behnke ist ganz einfach eine Zahnärztin zum Anfassen. Schließt sich die Praxistür, wird die Ärztin zum Familienmenschen und verbringt viel Zeit mit Partner und Kindern. Ihre ältere Tochter studierte Außenwirtschaft, die jüngere erhielt gerade ihre Approbation als Tierärztin.
Schon als Schülerin sportlich und musikalisch geprägt, entspannt Waltraud Behnke bei Lektüre, Musik und Wandern. Im Garten und beim Malen harrt sie im veränderlichen Leben all der vielen schöne Dinge, die sich ihr noch erschließen werden.