MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Werner Beilke

Radelnder Uropa

Werner Beilke

Rentner Wernitzer Straße 19 12621 Berlin Fon: 030 / 5676074

Werner Beilke ist Berliner – durch und durch. „Ja, schon in der dritten Generation und ich könnte mir nicht vorstellen, von hier fort zugehen“, betont der sportbegeisterte Rentner. 1926 wurde er an der Spree geboren und ging acht Jahre zur Volksschule. Anschließend absolvierte Werner Beilke ab 1940 eine dreijährige Werkzeugmacherlehre. „Ich wollte immer einen Metallberuf ergreifen“, erzählt er. Doch da er nicht zu den Klassenbesten gehörte, musste der künftige Werkzeugmacher nicht in der Rüstungsindustrie arbeiten. Doch neben der Lehre machte Werner Beilke auf der Abendschule seinen Mittelschulabschluss. So konnte er 1943 ein Ingenieurstudium beginnen. Doch nach dem ersten Semester wurde der Berliner zur Wehrmacht einberufen und später als Torpedomechaniker auf einem U-Boot eingesetzt. Es war ein Ausbildungsschiff, sodass er keinen unmittelbaren Kriegseinsatz damit erlebte. Am 8. Mai 1945 versenkte die Besatzung dieses U-37 selbst. Werner Beilke kam in britische Kriegsgefangenschaft. Holzfäll- und Instandsetzungsarbeiten verrichtete er dort. Schließlich gelang es, ihm gemeinsam mit einem ehemaligen Kameraden, sich abzusetzen. Ohne Papiere kam er im Juli 1946 in Warnemünde an. Von dort schlug er sich bei Nacht und Nebel in seine Geburtsstadt durch. Vier Woche campierte Werner Beilke in einem Berliner Quarantänelager. Im August 1946 erhielt er vom Stadtkommandanten die Zustimmung, Berlin wieder betreten zu dürfen. Bevor er sein Ingenieurstudium im Frühjahr 1947 wieder aufnahm arbeitete Werner Beilke in einer kleinen Schlosserei. Als Ingenieur für Fertigungstechnik begann er 1950 im Schiffbau-Projektierungsbüro in Berlin, dem späteren VEB Schiffbau. So war er auch am Umbau der ehemaligen Schiffe „Hansa“ und „Hamburg“ beteiligt. Diese Passagierschiffe waren versenkt worden. Nach der Bergung wurden sie neu ausgestattet. „Das Passagierschiff ‚Hamburg’ haben wir zum Walfang-Mutterschiff umgebaut. Die Kabinen kamen raus und die Fabrikanlage rein“, erzählt Werner Beilke. Um das zu realisieren reiste er auch oft in den Westen. Dort wurde er technisch beraten. Als das Berliner Büro nach Rostock verlagert wurde, blieb der Berliner in seiner Stadt und wechselte zum Kombinat Kraftwerksanlagenbau. Als Ingenieur hinterließ er da viele Spuren in Dresden, Thierbach, Boxberg und Lubmin. „Ich habe die Projektierungen begleitet und auch auf einzelnen Baustellen als Technologe mitgearbeitet“, schildert Werner Beilke seine Aktivitäten. Mit der Wende ging er offiziell in Rente. Doch auf Honorarbasis archivierte er noch die vorhandenen Unterlagen. Noch als Volksschüler begann Werner Beilke beim Sportverein SG Stern 26 Fußball zu spielen. Ab 1948 betreute er dort die Kinder- und Jugendmannschaften und wurde 1950 zum Vorsitzenden gewählt. 1956 schloss sich der Verein der Betriebssportgemeinschaft (BSG) Lokomotive Berlin-Ost an. Nach der Wende gründete sich die SG Stern Kaulsdorf neu. Werner Beilke ist Ehrenmitglied dieses Vorstandes und berät die Funktionäre. Doch sportlich aktiv ist der Berliner immer noch – per Rad. Bei gutem Wetter strampelt er noch immer bis zu 50 km am Tag. „Ich bin nie mit dem Auto gefahren“, versichert Werner Beilke. So radelte der Rentner auch schon an der Mosel, dem Rhein, der Saar und der Weser. „Ich fühle mich fit und nehme keine Medikamente“, strahlt der dreifache Uropa. Seine drei Kinder und vier Enkel machten ihn dazu. 46 Jahre war er mit seiner Frau Ingeborg verheiratet, die ihn stets sehr unterstützte. Drei Jahre nach ihrem Tod heiratete er 1999 Margarete, die ihm seither treu zur Seite steht.
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