MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Hans-Jürgen Krause

„Das Geheimnis des Erfolges liegt in der Beständigkeit des Ziels.“ (Benjamin Disraeli)

Hans-Jürgen Krause
Dipl.-Jurist

99090 Erfurt OT Tiefthal

Eine echte „Erfurter Puffbohne“ ist der 1938 geborene Hans-Jürgen Krause, denn er wurde in Erfurt geboren und verbrachte sein ganzes bisheriges Leben hier. Die Kriegs- und Nachkriegszeit hat er hier erlebt. Ab 1944 besuchte er acht Jahre lang die Schule, absolvierte 1952–1955 eine kaufmännische Lehre (VEB (K) Industriebahn Erfurt), schloss als Industriekaufmann ab. In der FDJ bereits sehr engagiert, verpflichtete er sich zu einem Jahr hauptamtlicher Tätigkeit in der FDJ-Stadtleitung Erfurt (Finanzinstrukteur) und hatte das Glück statt der 245 DDR-Mark Facharbeiterlohn nun 425 DDR-Mark zu verdienen. Trotzdem hatte er keine Ambitionen in der Funktion zu verbleiben. Schon immer zog es ihn zur Reichsbahn und nun gab er dem Wunsch nach. In der Güterabfertigung Erfurt Nord nahm er die Arbeit auf, durchlief eine berufsbegleitende Ausbildung und studierte 1958–1961 (Direktstudium) an der Ingenieurschule für Eisenbahnwesen Dresden. Der junge Ingenieurökonom für Eisenbahntransportwesen wurde zur Reichsbahndirektion Erfurt vermittelt, war in der zentralen Abteilung Arbeit tätig und zuständig für Arbeitsrecht, Lohnformen und Prämiensysteme. Zur Reichsbahndirektion Erfurt zählten damals 32.000 Beschäftigte und 350 Reichsbahn-Dienststellen. Hans-Jürgen Krause vertrat die Reichsbahndirektion in Arbeitsrechtssachen an Bezirks- und Kreisgerichten, war Reichsbahnamtmann als er 1967 Änderung anstrebte. Er hatte indessen geheiratet (1963, Hella, Industriekaufmann, Bankkauffrau), sein Sohn Bernd (Diplom-Ökonom) war geboren und der Verdienst (780 DDR-Mark) reichte nicht mehr aus um die Familie gut zu versorgen. Hans-Jürgen Krause verließ die Reichsbahn, wurde wissenschaftlicher Mitarbeiter im OPTIMA Büromaschinenwerk Erfurt. Erst dem Hauptabteilungsleiter Arbeitsökonomie, später dem Direktor für Ökonomie und dem Betriebsdirektor zugeordnet, wurde er schließlich Abteilungsleiter im Bereich Technik. 1965–1971 erlangte er im Fernstudium an der Humboldt-Universität zu Berlin, Sektion Rechtswissenschaft den Abschluss als Diplom-Jurist. Als Justiziar wurde er folgend beim Wirtschaftsverband Milch des Bezirkes Erfurt tätig, gründete 1979 das Kombinat Milchwirtschaft mit und war mit Generalvollmacht zur Vertretung aller Molkereien und Käsereien des Bezirkes Erfurt eingesetzt – bis zur Wende. 1990 wurde er mit der Abwicklung des Kombinates beauftragt. Im neu gegründeten Unternehmen hatte man keine Verwendung mehr für einen DDR-Justiziar. Auch seine nebenberufliche Dozententätigkeit endete zu der Zeit. Hans-Jürgen Krause fand für ein halbes Jahr Anstellung bei Bezirksgeschäftsstelle der IG Metall Erfurt (Arbeitsrecht), wurde Opfer von Strukturänderungen. Als Abteilungsleiter und Stellvertreter des Amtsleiters des Gewerbeamtes Erfurt arbeitete er weiter, wurde dann Abteilungsleiter im Ordnungsamt. Mit 58 Jahren (1996) ging er in den Vorruhestand um seine erkrankte Mutter pflegen zu können. Ehefrau Hella war zu dieser Zeit beruflich noch stark eingespannt (Kreditabteilung Volksbank Erfurt, Betriebsratsvorsitzende) und deshalb sehr froh „einen Hausmann“ zu haben und nur an den Wochenenden „ein paar veredelnde Handgriffe“ vornehmen zu müssen. Mit 60 Jahren ging auch sie in den wohlverdienten Ruhestand. Der „kalten Enteignung“ (in der DDR durch wirtschaftlichen Zwang o. ä. erzwungene Überlassung / Schenkung von Eigentum) seiner Eltern (Familienhaus) trat Hans-Jürgen Krause nach der Wende fachkundig, entschlossen und erfolgreich entgegen und konnte für die Familie die Rückgabe des Objektes erreichen. Seit 1994 bewohnen die Krauses ein neu errichtetes Haus. Garten und Lesen bieten Beschäftigung. Eine Hurtig-Reise wäre noch ein lohnendes Ziel.
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