MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Horst Krauspe
„Wenn auf der Erde die Liebe herrschte, wären alle Gesetze entbehrlich.“ (Aristoteles)
Dipl.-Ökonom
Angestellter
Gallschütz 6
01683 Nossen
Fon: 035244 / 41317
„Unsere Eltern waren immer für uns da. Sie haben uns stets unterstützt, aber wir hatten auch unsere Verpflichtungen. Wir sind dadurch sehr selbstständig und pflichtbewusst geworden....“ erzählt der 1930, in dem heute von ihm bewohnten Haus, geborene Horst Krauspe. Er erinnert sich mit seinen beiden Brüdern täglich zu Fuß bei Wind und Wetter in das drei km entfernte Raußlitz zur Schule gelaufen zu sein. Ausnahmen gab es selbst bei Schneesturm nicht. Ordnung musste eben sein. Die Mutter arbeitete in der Landwirtschaft, der Vater als Hauer in der Tongrube. Die Kinder wurden zeitig zu landwirtschaftlichen Arbeiten mit herangezogen. Sie erhielten einen kleinen Betrag dafür, der jedoch bei den Eltern abgerechnet werden musste – zwecks Kontrolle des vernünftigen Umgangs mit diesem Geld. Diese konsequente Erziehung und Prägung wurden zur Voraussetzung für den erfolgreichen Lebensweg von Horst Krauspe. Seine zusätzlich guten Leistungen in der Schule ermöglichten das Erlernen des Angestellten-Berufes im Kornhaus Starbach. 1947 bestand er die Facharbeiterprüfung, konnte aber aufgrund der 8 km- Entfernung seines Wohnortes nicht im Lehrbetrieb bleiben. Er arbeitete 1947–1950 in der Verwaltung des Rates der Gemeinde Krögis, ab 1950 im Volkseigenen Erfassungs- und Aufkaufbetrieb (VEAB) als Aufkäufer für landwirtschaftliche Erzeugnisse und ab 1953 bei der Konsumgenossenschaft. Hier trug er Verantwortung für den Aufbau der Dorf-Konsumgenossenschaften, als Vorstandsvorsitzender für eine dieser Einrichtungen. Erst in Ziegenhain, dann in Lommatzsch so tätig, wechselte er 1967 nach Meißen, wurde Stellvertreter des Vorsitzenden in der Kreisverwaltung der Konsumgenossenschaften – bis 1987. In dem Jahr übernahm er die Dienstgeschäfte des in die Rente gehenden Vorsitzenden, blieb bis zur Wende 1990 tätig. Indessen selbst 60 Jahre alt, konnte er mittels Altersübergangszeit nun selbst in die Rente (1995) gehen. Ende der 60-er Jahre hatte Horst Krauspe mit seiner Frau Hildegard (Erzieherin, Heirat 1952, verstorben 2016) Haus und Grundstück seiner Eltern übernommen. Hier wurde gewohnt, angebaut, geerntet und mit dem Verkauf der Produkte das Familienbudget aufgebessert. Tochter Annelies (geb. 1949, Verkäuferin, Fachschulstudium, Lehrausbilderin) und Sohn Joachim (geb. 1955, Baufacharbeiter) verlebten hier eine schöne Zeit. Später konnten sich auch die fünf Enkel dort tummeln, die ihrerseits für sieben Urenkel und ein Ururenkelchen gesorgt haben. Horst Krauspe braucht die Bewegung im täglichen Leben. „Ich bin rund um die Uhr aktiv, habe immer Programm...“ berichtet er vom Rehasport, vom Sport in der Fitnessarena, der Gartenarbeit und dem Bestreben sich weiterzubilden. „Es ist wichtig sich zu interessieren, damit man auch das heutige Leben versteht....“ sagt er und erklärt, das im Leben immer so gehalten zu haben (Fachschulstudium, Hochschulstudium absolviert). Er trifft sich regelmäßig mit vielen Kollegen aus früherer Zeit, pflegt Traditionen und sorgt selbst agierend für deren Fortbestand. Horst Krauspe schätzt es wenn Menschen diszipliniert leben und die Bereitschaft haben jederzeit für die Familie da zu sein – Eigenschaften, die auch für ihn selbstverständlich sind. Immer beweglich bleiben, alles zu tun um die Gesundheit zu erhalten, ist sein tägliches Bestreben. Mit der Politik im Land geht er nicht konform. Dass zu wenig für Natur und Umwelt getan wird, sorgt ihn. Vorbilder prägten seine Lebensabschnitte, doch eins hebt er besonders hervor: Seine Frau. „Die war so was von Klasse...außergewöhnlich, zuverlässig, freundlich zu allen Menschen, um alle bemüht, nie geklagt, nie verzagt, mit ganzem Herzen ihrem Beruf verbunden.....“ erinnert er sich begeistert und liebevoll an sie. „Meine Mama!“ sagt Tochter Annelies bestätigend und stolz, als sie diese Aufzählung ihres Vaters hört. Familie ist bei den Krauspes eben nicht nur ein Wort!