MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Gerd und Stefanie Kranke
Immer alles bar bezahlt
Mechaniker
Handelskauffrau
Richard-Springer-Weg 30
04299 Leipzig
Solide Finanzen waren ihnen ebenso wichtig wie Beständigkeit im Leben, Zielstrebigkeit und ehrliche Arbeit. Heute wohnt das Ehepaar in dem Haus, in welchem Gerd Kranke (Jahrgang 1935) einst geboren wurde. Als 1993 der Vater starb, übernahmen sie das Grundstück, hatten dank Rentnerdaseins die Chance, mit viel Eigenarbeit das Haus in Holzhausen (heute Leipziger Stadtteil), ohne einen Kredit zu beanspruchen, auszubauen, so dass sie es nun in fortgeschrittener Zeit glücklich nutzen können. Gerd Kranke hatte in Holzhausen die Schule besucht, nach dem Abschluss der 8. Klasse eine Lehre als Maschinenschlosser beim Mitteldeutschen Feuerungsbau absolvieren können. Danach verpflichtete er sich 1952 zur Kasernierten Volkspolizei (dem Vorläufer der späteren Nationalen Volksarmee), wurde als Triebwerksmechaniker am Luftwaffenstützpunkt Kamenz eingesetzt. Als er 1955 zurückkam, begann er wieder in seinem Lehrbetrieb, arbeitete im Schichtdienst, erwarb noch den Abschluss als Elektroschweißer. Ein Jahr wirkte er zwischenzeitlich in einem Montagewerk, dann war die kommunale Wasserwirtschaft für über dreißig Jahre für sein engagiertes Arbeitsleben bestimmend. Als Mechaniker reparierte er vor allem die Zähler, blieb bis zum Vorruhestand 1992 meist im Innendienst. Seine erste Ehe, aus der ein Sohn und eine Tochter hervorgingen, hielt vierzehn Jahre an. Seit 1969 ist er mit Frau Stefanie verheiratet, die – ebenfalls geschieden – ihren Sohn und ihre Tochter mit in die Verbindung brachte. Der Familienkreis hat sich inzwischen um zwei Enkel und zwei Urenkel erweitert.
Stefanie Kranke, Leipzigerin von Geburt 1936, nahm nach dem Abschluss der 8. Klasse eine Schneiderinnenlehre auf, wirkte weiterhin in diesem Metier (als die Kinder geboren wurden von zu Hause aus), begann dann im Versandhandel, konnte ihren Abschluss als Handelskauffrau zuerkannt bekommen, wechselte später zum Militärhandel (MHO) in Leipzig. 1990, als sich mit dem Staat auch die Wirtschaftsstrukturen änderten, verabschiedete sie sich aus dem Berufsleben. Lange Jahre wohnten sie im Fliederhof, einem Wohnquartier (in den 20er Jahren erbaut) in Leipzig-Schönefeld. Hier versah Gerd Kranke als Hausmeister für den gesamten Komplex abends zusätzliche Aufgaben. Er engagierte sich zudem im Wohnbezirksausschuss und als Freiwilliger Polizeihelfer. Früher bastelte er gern als Modelleisenbahner, heute sind beiden vor allem die Pflanzen und Blumen im Garten wichtig.