MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Alfons und Gisela Kowalewicz
Treue und Beständigkeit
Hafenfacharbeiter
Kellnerin
Mügelner Str. 37
04749 Ostrau
Nun währt ihre Ehe schon sechzig Jahre. Auch in diamantenen Zeiten freuen sich Gisela und Alfons Kowalewicz an der Familie, zu der fünf Kinder, neun Enkel gehören.
Mittelsachsen, wo sie heute im Ostrauer Ortsteil Wutzschwitz zu Hause sind, ist bereits die Heimat von Frau Gisela. In Ragewitz bei Riesa kam sie 1936 als Gisela Teucher zur Welt. Fünf Geschwister wuchsen mit ihr in der elterlichen Landwirtschaft auf, aber der Vater kam aus dem Krieg nicht zurück. Im Nachbarort Bloßwitz besuchte sie acht Jahre die Schule. Dann folgte ein praktisches Jahr in einer Kneipe mit Ladengeschäft. In der Riesaer Spinnerei begann ihr Einstieg ins richtige Berufsleben. 1955, die Tochter war gerade geboren worden, wechselte sie in die Döbelner Gegend, arbeitete bis 1961 dort in der Zigarrenfabrik. Dann gehörte ihre Kraft ganz der Familie, dem Haushalt, der kleinen Landwirtschaft mit Feld und Vieh. Später kamen Aufgaben als Kellnerin in der Ostrauer Traditionsgaststätte „Zum wilden Mann“ und im Sportlerheim dazu. Vierzig Jahre gehörte das Bedienen von Gästen zu ihrem Leben. Seit 1996 ist sie Rentnerin.
Im niederschlesischen Schlawa wurde Alfons Kowalewicz 1934 geboren. Auch seine Jugend prägte die Landwirtschaft. Der Vater war zum Kriegsdienst eingezogen, als die Familie im Winter 1945 mit dem Pferdewagen vor der anrollenden Front aus der angestammten Heimat flüchtete, in Mittelsachsen Aufnahme fand. Die Eltern (der Vater kam im Mai 1945 aus russischer Gefangenschaft zurück) arbeiteten hier erst auf dem Rittergut von Oberwutzschwitz, das bald enteignet wurde, konnten dann eine Neubauernstelle übernehmen, doch der Vater starb bereits 1948, nahm vorher dem jungen Alfons das Versprechen ab, für die Mutter zu sorgen. Daran hat dieser sich treulich gehalten. 1948 beendete er in Ostrau die Schule. Als er im Winter 1956 zur Überbrückung für ein paar Monate im Riesaer Hafen Arbeit aufnahm, wurden daraus 35 Jahre. Ihm wurde die Qualifikation Hafenfacharbeiter zuerkannt, er absolvierte Weiterbildungen, konnte die Prüfung als Gabelstaplerführer ablegen. 1992 ging er in den Vorruhestand. Beim Tanz in Jahna hatte er seine Frau Gisela kennengelernt, Heirat 1957. 1955 kam Tochter Margitta zur Welt, dann folgten vier Söhne: Johannes 1957, Volker 1961, Norbert 1964 und Jürgen 1968.
Um ihr Land und ihr Viehzeug kümmert sich das Ehepaar heute noch. Im Stall steht ein Pferd, Rosi genannt. Lange Jahre war Alfons Kowalewicz auch dem Reitsport verbunden, betrieben im Rahmen der Gesellschaft für Sport und Technik (GST).