MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Werner und Christa Kowalewski

Schwere Jahre, erfüllte Jahre

Werner und Christa Kowalewski

Spinnereimeister
Textilfacharbeiterin
Schulstr. 6a
09661 Striegistal OT Pappendorf

Beiden Ehepartnern ist gemeinsam, dass sie einst mit ihren Familien aus der Heimat der Kinderzeit fliehen mussten. Werner Kowalewski ist gebürtiger Ostpreuße, kam dort 1932 in Widminnen zur Welt. Trotz einfacher Verhältnisse, trotz Kriegszeiten (der Vater bei der Wehrmacht, später in Kriegsgefangenschaft) beschreibt er seine frühen Jahre im Kreis von drei Geschwistern als glücklich. Doch im Oktober 1944 hatten Mutter und Kinder innerhalb drei Stunden alles zu packen, was auf der Flucht dringend benötigt wurde. In Mittelsachsen fanden sie Aufnahme, nun wurde Pappendorf zur neuen Heimat. Hier besuchte Werner Kowalewski die letzten Schuljahre bis zum Abschluss der 8. Klasse 1946. Ein Jahr arbeitete er beim Bauern, dann begann seine dreijährige Lehre als Weber bei der Fa. P. Kirbach & Söhne in Pappendorf. Die theoretischen Fächer absolvierte er an der Textilschule Hainichen. Dort konnte er auch die Meisterschule besuchen und 1970 beenden. Er hatte alle Abteilungen des Werks praktisch durchschritten, arbeitete dann als Meister in der Spinnerei. Er erlebte die Verstaatlichung 1972 mit, der Betrieb hieß nun VEB Wolldecke Pappendorf, produzierte wie zuvor vor allem Schlafdecken, belieferte Einzelhandel, Krankenhäuser, Armee. Als der Betrieb sich 1990 als marktwirtschaftlich unrentabel herausstellte, seine Produktion einstellen musste, ging Werner Kowalewski, ebenso wie seine Frau Christa, die als Textilfacharbeiterin lange Jahre im selben Betrieb tätig war, mit Altersübergangsregelung in die ruhigere Phase seines Lebens. Frau Christa hatte er in der Firma kennengelernt, 1957 wurde geheiratet. Sohn Dietmar kam 1967 zur Welt, inzwischen erfreut ein Enkelsohn das Paar. Im pommerschen Landkreis Stolp, in der Ortschaft Dambee, wurde seine spätere Frau als Christa Langusch 1935 geboren. Ihre Mutter verstarb bereits 1940, der Vater fiel dem Krieg zum Opfer. Mit der Stiefmutter und den beiden Geschwistern und der inzwischen dazugekommenen Halbschwester ging es bei der Flucht wegen herannahender Front per Treck und viel zu Fuß, dann per Schiff über die Ostsee nach Dänemark. Sie lebten dort in mehreren Lagern, ehe auch sie Ruhe fanden. Seit 06.09.1947 sind sie in Sachsen gemeldet. In der Fa. P. Kirbach & Söhne wurde sie angelernt, arbeitete den großen Teil ihres Berufslebens in der Weberei. In seiner Jugend hatte Werner Kowalewski aktiv Handball gespielt, widmete sich später vor allem der Fotografie und entwickelte ein großes Interesse an Geschichte. Je dreimal besuchte das Ehepaar in späteren Jahren die alten Heimaten in Pommern und Ostpreußen.
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