MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Renate und Horst Kosterlitzky
Harmonie und die Ruhe der Dämmerstunde
Haushälterin und Wirtschaftshilfe i. R.
Dachdecker i. R.
Eselsweg 34
09569 Oederan
Fon: 037292 / 20156
Renate und Horst Kosterlitzky sind überzeugte Lokalpatrioten, lieben ihr Städtchen und könnten sich niemals vorstellen, in einer Großstadt zu leben. Natur hat es ihnen angetan. Der Garten wird liebevoll gepflegt und um genau diese Natur und die damit verbundene Ruhe, vorzugsweise zur Dämmerstunde, auskosten zu können, legte Horst Kosterlitzky schon zu DDR-Zeiten die Jagdprüfung ab. Mit über 80 Jahren ist er immer noch des Öfteren bei der Jagd zu beobachten.
Geboren wurde der Hobbyjäger am 17.08.1933 in Oederan. Häufig spielte er mit Freunden Fußball. Einen Ball hatten die Kinder nicht und bastelten sich selbigen aus alten Lumpen. Die Schulzeit war begleitet von Unterrichtsausfall, Kohlemangel, Sirenenalarm und bei Angriffen verfärbte sich der Himmel blutrot. Schon als Schüler half er einem Bauern Kühe hüten und melken, was ihn selbst mit ein wenig Milch versorgte. Auch nach der Schule arbeitete er, um den schlimmsten Hunger zu stillen, zwei Jahre beim Bauern und erfüllte sich anschließend mit einer Lehre zum Dachdecker seinen Berufswunsch. Einige Jahre strichen ins Land, bis er sich bei einem Sturz vom Dach schwer verletzte.
Er wechselte zum VEB Plasta, übernahm später eine Hausmeisterstelle im Altersheim sowie in letzter Berufsstation eine Hausmeisterstelle im Kindergarten.
Am 12.07.1939 erblickte Renate Kosterlitzky ebenfalls in Oederan das Licht der Welt. Ihr Vater züchtete Deutsche Schäferhunde, bildete sie für Polizei und Blindenanstalt aus, nahm an Hundeausstellungen teil, verließ diese nicht selten prämiert und seine Tochter war immer dabei.
So war es wohl vorherbestimmt, dass sie dem Tierarzt von Oederan 15 Jahre lang den Haushalt führte. Danach begann sie in der Felgenfabrik, konnte allerdings den Aluminiumstaub nicht vertragen und setzte ihren Weg in der Stuhlfabrik fort. Auch ihre letzte berufliche Etappe führte in den Kindergarten, in welchem Kosterlitzkys unentbehrlich waren. Von Reinigungsarbeiten bis Kinderbetreuung war sie zur Stelle, galt als gute Seele des Hauses, wobei ihr ihr Ehemann in nichts nachstand. Renate Kosterlitzky ging 1999 in Rente.
Der eigene Kinderwunsch erfüllte sich für das Ehepaar, das 1962 heiratete, nicht, doch das Schicksal spielte Vermittler. Oft kam der Nachbarsjunge Danilo zu Besuch, schlief ab und zu bei Kosterlitzkys und bis heute besteht eine enge Bindung zu ihm. Auf diese Weise avancierten sie sozusagen zu Zweiteltern.
Auch ein paar Mitbewohner sind anzutreffen. Mit seinen Rassehasen wurde Horst Kosterlitzky Vereinsmeister, Rochlitzer Meister und ist Inhaber zahlloser Ehrenpreise. Und gemeinsam mit den Roten Neuseeländern möchten die Eheleute ihren harmonischen Lebensbund noch lange genießen.