MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Juliane Korpowski
Stücke mit Herzschlag
Goldschmiede Zierlichkeiten Neumarkt 7 04758 Oschatz
Die künstlerische Ader, das kreative Geschick liegt in der Familie. Die Mutter wollte Malerin werden, was ihr zu DDR-Zeiten nicht möglich war. Goldschmiedemeisterin wurde sie, arbeitet als solche noch heute – ein gutes Äquivalent zur Tätigkeit des Vaters, der als Juwelier tätig ist. Tochter Juliane wuchs also in dem Metier auf, saß als Kind schon am Werkbrett und schuf kindgerechte Kleinigkeiten. Dass Sie den Beruf der Goldschmiedin erlernte war somit ein wenig der Vorbelastung geschuldet, entsprach aber auch ihren eigenen Vorstellungen. Sie absolvierte die Schule, schloss mit der Mittleren Reife ab und nahm eine 3 ½ -jährige Lehre als Goldschmied auf. Die duale Ausbildung erfolgte in der Goldschmiedeschule Arnstadt und im Geschäft ihrer Mutter, einem Oschatzer Schmuck-Geschäft mit einer über 100-jährigen Tradition. 2003 den Gesellenbrief in der Tasche, nahm sie in Halle eine Tätigkeit als Galeristin auf und konnte sich hier mit der gestalterischen Seite des Schmucks 2 ½ Jahre auseinandersetzen. Als beste Gesellin ihres Jahrgangs und mit den indessen erlangten praktischen Erfahrungen, wollte sie auf der Entwicklung nicht stehen bleiben. Sie nutzte die erhaltene Förderung, ging für ein Jahr in die Goldstadt Pforzheim um hier an der Uhrmacher- und Goldschmiede-Schule ihren Meisterabschluss zu erlangen. Das Jahr 2006 wurde zu an Ereignissen reichem Jahr für Juliane Korpowski. Sie erhielt ihren Meisterbrief, baute eine eigene kleine Werkstatt auf, eröffnete Ende des Jahres das heutige Ladengeschäft und heiratete ihren Mann Reinhard, einen diplomierten Bauingenieur. Während Juliane Korpowski 2006 noch meinte, ein wenig Reparatur, ein wenig Verkauf von Schmuck würden die Zukunft sein, steht sie heute einem Unternehmen vor, das drei Angestellte beschäftigt und in der Lehrausbildung aktiv ist. Die Aufgaben heute sind Reparatur und Service, Umarbeitungen und Anfertigung von individuellen Schmuckstücken. Alte Familienstücke werden zu neuem Glanz erweckt, im Besitz befindliche Steine schön gefasst.
Juliane Korpowski legt „den Herzschlag in ihre Stücke“, wie sie es ausdrückt und möchte sich diesen kreativen Spielraum, diese Zeit für das Entstehen lassen von Neuem gerne bewahren und erweitern. Als junge Mutter der Söhne Meo Kasimir (geb. 2009) und Jaro Karl (geb. 2012) ist es nicht immer einfach Beruf und Familie gut zu vereinen. Außerhalb von Oschatz wohnend, nutzt sie die Fahrzeit vom Wohnort in den Betrieb und umgekehrt, um etwas abzuspannen, sich auf die jeweiligen Anforderungen einzustellen. Ansonsten braucht sie keinen weiteren Ausgleich zum Beruf, findet sie. Die Ruhe in der Werkstatt, die Freude an der kreativen Arbeit und die abwechslungsreiche Verkaufstätigkeit garantieren ihr bereits alles, was sie neben ihrer Familie zum Glücklichsein braucht.