MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Ingo Koster
Etwas von dem weitergeben, was einen einst prägte
Musiker und Gitarrist
Talisman Music
Ernststraße 9
12437 Berlin
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E-Mail: talismanmusic(at)t-online.de
Der Musiker und Gitarrist Ingo Koster gehört zu den DDR-Künstlern, die bei ihren Konzerten viel Beifall und von den Menschen immer wieder Zuspruch erhalten. Der Sohn eines Tierarztes wuchs in Gadebusch bei Schwerin auf und fährt auch heute noch regelmäßig in seine mecklenburgische Heimat. Die Bindung an die dort lebenden Menschen ist nach wie vor sehr stark.
Ingo Koster gehört zu den Wegbereitern der Popmusik in der DDR. Mit 15 Jahren trat er mit der Gruppe „Echo-Team“ als Amateurmusiker im Kreiskulturhaus in Berlin-Weißensee auf und nahm an ersten Wettbewerben teil. Der junge Musikenthusiast gründete eine Singegruppe, dessen einziges männliches Mitglied er ist. Während des Auftritts auf einer Weihnachtsfeier hörte Uwe Hartwig vom Oktoberklub ein Lied von ihm, ist begeistert und warb ihn für den Klub, wo er die Lyrikerin Gisela Steineckert kennenlernte. Im Jahr 1967 wurde Ingo Koster Bassist und Sänger bei der damals sehr populären Gruppe „Team 4“, für die er später den Kulthit „Mocca-Milch-Eisbar“ einsang. In den siebziger und achtziger Jahren sang, spielte und komponierte der Musiker erfolgreich für die Gruppen „Brot & Salz“ und „Drei“. Für den DEFA-Film „Sabine Wulf“ schrieb und produzierte er den Hit „Blues vom Abschied“. In diesen Jahren arbeitete er viel mit Kurt Demmler zusammen, der seiner Meinung nach mit seinen Texten der DDR-Rock- und Pop-Kultur, mit der die Menschen in der DDR aufwuchsen und lebten, ein Gesicht gab.
Im Jahr 1987 unternahmen Ingo Koster und die „Gruppe 3“ gemeinsam mit der Sängerin Gaby Rückert gemeinsame Konzerttourneen nach Polen, Asien, Schweden und Deutschland. Gaby Rückert ist heute nicht nur seine künstlerische Partnerin, sondern auch seine Frau. Mit ihr meldete er sich in den neunziger Jahren mit zahlreichen Produktionen und Auftritten in die Musikszene zurück. Ihr von Thomas Natschinski komponierter Hit „Berührung“ ist für ihn eine der schönsten DDR-Rockballaden.
Heute arbeitet Ingo Koster eng mit Gisela Steineckert zusammen, er hat Material für zwei Alben zusammen. Für eine Produktion und die Promotion müsste er die Kosten allerdings selbst tragen. Schon die drei Alben, die er nach 1990 produzierte, wurden von den Medien kaum zur Kenntnis genommen.
Ingo Koster hat immer noch eine Mission: Er möchte von den schönen Dingen, die er einst erleben durfte, etwas erhalten und vor allem weitergeben. Seinen künstlerischen Anspruch aus der DDR-Zeit beizubehalten, sich selbst treu zu bleiben, empfindet er als ausgesprochen wichtig in der heutigen Zeit. Gerade die letzten 20 Jahre ließen ihn noch verwurzelter mit dem werden, was ihn einst prägte.