MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Inge und Hans Kollat
In verantwortungsvolle Positionen entwickelt
Verkaufsstellenleiterin, Ökonomin
Polsterer, Finanzwirtschaftler
Vogtstr. 18
04736 Waldheim
Fon: 034327/ 93744
Da der Vater bereits starb, als Hans Kollat (1931 im westpreußischen Marienberg geboren) drei Jahre alt war, musste seine Mutter die drei Kinder der Familie mit ihrer Wäscherei allein durchbringen. Noch als Schüler musste er in jenen schwierigen Kriegszeiten beim Ausheben von Schützengräben helfen, wurde als Kurier eingesetzt. Er war Mitglied im Ruderklub und besuchte die Seesportschule auf der Halbinsel Hela. Im eiskalten Winter 1945 musste die Familie vor der herannahenden Front fliehen. Nach erstem Fußmarsch fand sich ein Güterwagen, der sie in die Berliner Gegend brachte. Bald ging es zur Tante nach Waldheim. Hier wurde die Familie nach Schwierigkeiten ansässig. Hans Kollat schloss die Schule endlich mit der 8. Klasse ab, ließ sich in der Sitzmöbelindustrie von Fritz Köhler zum Polsterer ausbilden. Etliche Jahre blieb er im Beruf tätig, nutzte dann die Chance, ins Finanzamt von Döbeln zu wechseln, durchlief dort mehrere Abteilungen, entwickelte sich im Abendstudium zum Finanzwirtschaftler und stieg bald zum Revisor auf. Dann wurde er in der Leisniger Zigarrenfabrik gebraucht, kümmerte sich um die allgemeine Verwaltung und Personalplanung, vertrat den Leiter der Finanzabteilung und kurze Zeit sogar den Direktor. Als Leiter der Erzeugnisgruppe war er in der gesamten DDR unterwegs. Die letzten Jahre übernahm er Verantwortung beim VEB Süßwaren Döbeln. Als die DDR 1990 Geschichte wurde, war es bereits für ihn Zeit für den Ruhestand. Seine erste Frau Annelies verstarb bereits 1976. Zwei Töchter (Ulrike, 1957 geboren, und Elke, 1958) erfreuten das Paar. Heute sind drei Enkelkinder zu bewundern. Im Jahr 1980 ging er eine neue Verbindung ein. Frau Inge, geborene Bernhardt, war geschieden und hatte eine Adoptivtochter, die 1968 geborene Katrin, großgezogen, die zwei Enkelkinder beisteuerte. Die junge Inge (Jahrgang 1941) wuchs als Tochter eines Schuhmachermeisters mit zwei Geschwistern auf, besuchte die Schule in ihrer Geburtsstadt Leisnig bis zum Abschluss der 10. Klasse. Bei der staatlichen Handelsorganisation (HO) wurde sie zur Verkäuferin ausgebildet und qualifizierte sich zur Verkaufsstellenleiterin. Später wechselte sie in die Verwaltung der Leisniger Zigarrenfabrik, kam hier mit Personalfragen (zu DDR-Zeiten Kaderabteilung) in Berührung. Beim Wechsel zum VEB Döbelner Backwaren übernahm sie als Abteilungsleiterin Kader und Bildung Verantwortung, schloss dazu eine Fernstudium Ökonomie ab. 1982 wechselte sie mit gleichen Aufgaben zum VEB Waldheimer Gewürze. Als die Firma nach 1990 von Omega Sorg übernommen wurde, fand sie im Nachfolgeunternehmen weiter ihre Aufgaben bis zum Rentenbezug ab 2002.