MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Christa und Otto Koltermann
„Die besten Dinge im Leben sind nicht die, die man für Geld bekommt.“ (Albert Einstein)
Schmiedeberger Str. 11 d
04849 Bad Düben
Fon: 034243 / 21531
Als Sohn eines Gärtners und einer Sparkassenmitarbeiterin wurde Otto Koltermann 1939 in Greifswald geboren. Er absolvierte die obligatorische 8-Klassen-Schulbildung. Danach lernte er drei Jahre bei der Deutschen Bahn einen Beruf und arbeitete ein Jahr in diesem. 1958 entschloss er sich für eine Laufbahn in der Nationalen Volksarmee. Beginnend bei den Luftstreitkräften in Neubrandenburg, folgte bald der Besuch der Offiziershochschule der Landstreitkräfte der NVA in Plauen. 1961 heiratete der junge Mann seine Frau Christa (geb. 1940). Nach Abschluss der Offiziershochschule zum Unterleutnant ernannt, wurde Otto Koltermann Zugführer an der Offiziershochschule der Luftstreitkräfte in Kamenz. Mit seiner Frau erhielt er Wohnraum in Königsbrück, so dass ihr Umzug von Barth dorthin erfolgte. Otto Koltermann durchlief einen typischen Entwicklungsweg in den Reihen der NVA: Der Dienststellung Zugführer folgte der operative Dienst als Kompaniechef. Er holte den Abschluss der 10. Klasse und das Abitur nach und absolvierte ein zusätzliches Fernstudium in Leipzig um seiner neuen Dienststellung als Politlehrer in der Abteilung GWA (Gesellschaftswissenschaftliche Ausbildung) gerecht werden zu können. Seit Eröffnung der Militärtechnischen Schule der Luftstreitkräfte / Luftverteidigung „Harry Kuhn“ in Bad Düben 1973 an diese versetzt und ab 1974 auch in der Stadt wohnhaft, erlebte er 1989 / 90 hier die politische Wende in der DDR. 50-jährig wurde er im Dienstgrad Oberstleutnant über die befristete, erweiterte Versorgung in den Ruhestand versetzt. Nun wurde sein Hobby Lebensinhalt. Er erarbeitete mehrere Dia-Vorträge, hielt mehr als 500 alleine im Rehabiltationszentrum Bad Düben vor interessiertem Publikum. Als (offiziell geprüfter) Stadtführer der Kurstadtstadt Bad Düben und der Dübener Heide beschäftigte er sich mit der Heimatregion, brachte sie den Menschen näher. Er ist Mitglied des Heimatvereins und leidenschaftlicher Philatelist. Seine Frau Christa hielt ihm stets den Rücken frei. Sie – gelernte Verkäuferin – arbeitete im Konsum als solche. Die Geburt der Töchter Silvia (1962) und Heike (1965) und die versetzungsbedingten Umzüge mit ihrem Mann, führten zu einer Unterbrechung ihrer Berufstätigkeit. Ohne Kindergarten- und Krippenplatz musste sie vorerst zuhause bleiben. Später erhielt sie eine Anstellung in einem Kosmetiksalon und schließlich als Zivilbeschäftigte in der Dienststelle ihres Mannes. In der MHO (Militärhandelsorganisation) konnte sie 15 Jahre wieder als Verkäuferin arbeiten. Dann kam die Wende und mit ihr die Arbeitslosigkeit wegen der Auflösung der NVA und mit ihr der Militärhandelsoganisation. In der Vorteilkauf Warenhandelsgesellschaft mbH Bad Düben fand sie neue Herausforderung und entschloss sich schließlich mit 60 Jahre den Ruhestand anzutreten. „Seitdem sind wir beide Rentner und machen so unser Ding....“ lacht sie. 330 Quadratmeter Garten mit Gewächshaus und Laube bereiten ihnen Freude und sie denken gerne daran zurück, wie mühsam sie einst alles mit eigener Hand und Hilfe von Freunden errichteten. Die Eheleute sind stolz auf ihre Familie, der indessen fünf Enkel und zwei Urenkel zugewachsen sind. Die Frage, was für ihn Glück bedeutet, beantwortet Otto Koltermann wie folgt: „Dass ich meine Frau gefunden habe!“ Beide wünschen sich noch viele gesunde und gemeinsame Jahre.