MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Ute und Horst Kopsch
Menschen des Alltags
Physiotherapeutin und Fachlehrer für Manuelle Medizin i. R.
Dipl.-Sportlehrer und Dozent i. R.
Bischofsweg 23
04779 Wermsdorf
Die Herausforderungen des Lebens und Ehrgeiz formten Kopschs zu Rittern des Alltags, die sich jeder Situation kraftvoll und klug stellten.
Ute Kopsch wurde am 16.06.1939 in Rothenbach / Schlesien geboren. Der Vater kehrte aus dem Krieg nicht zurück. Mit Mutter und Schwester kam die kleine Familie 1945 bei der Großmutter in Aue unter. Eingeschult wurde Ute Kopsch bei ihrer zweiten Oma in Oschatz. 1949 führte Umzug nach Schmannewitz. Sie besuchte die Oberschule und in Kombination aus dem Beruf ihres Vaters sowie enormer Tierliebe, beabsichtigte sie, Veterinärmedizin zu studieren. Kirchlich gebunden und Intelligenzlerkind – zwei Gründe, die ihre Zukunft vereitelten.
Nach einem praktischen Jahr am Krankenhaus, konnte sie nun an der Universität Halle Landwirtschaft studieren, doch die Gründung von landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften zeichnete sich ab. Ute Kopsch brach ab und begann am Krankenhaus Oschatz eine Ausbildung als Hilfsschwester.. Nach Kursänderung absolvierte sie in Leipzig ein Studium zur Krankengymnastin und wie sich herausstellen sollte, ergriff sie damit für sich den schönsten Beruf.
1960 begann sie am Klinikum Wermsdorf, arbeitete mit behinderten Kindern und schenkte ihnen ihr Können sowie menschliche Wärme.
Noch vor der Wende nahm sie eine Weiterbildung für Manuelle Medizin auf und absolvierte in gleicher Sparte ihre Fachlehrerausbildung. Eigentlich endete ihr Berufsleben 1999, doch bis zum 70. Lebensjahr unterrichtete sie. Ihr Ausstieg führte zu großem Bedauern – für sie der richtige Zeitpunkt.
Ehemann Horst, geboren am 01.05.1937 in Sitzenroda, probierte sich nach der Schule bei einem Klempner aus. Dies war nicht sein Beruf. Er ließ sich zum Bergmaschinenschlosser ausbilden, begann am Automobilwerk „Roter Stern“ Leipzig zu arbeiten, aber auch diese Arbeit befriedigte ihn nicht.
Nebenbei aktiv in Leichtathletik, Volleyball und Fußball, fand er die Profession, die ihm lag. Über die deutsche Hochschule für Körperkultur und Sport in Leipzig legte er das Abitur ab und studierte Sport. Nach einer Sportverletzung wechselte er ins Fernstudium und wurde 1959 Kreissportlehrer in Delitzsch. Nach Hochzeit 1961 ging er zur Volksbildung des Kreises Oschatz und unterrichtete in Mügeln.
1964 wartete die größte aller Chancen auf ihn. An der medizinischen Fachschule Wermsdorf als Lehrer beginnend, wurde er später zum Fachschuldozenten sowie 1989 zum Direktor berufen. Mit 56 Jahren griff eine Altersübergangsregelung. Auch er lehrte noch bis 1993 stundenweise. 1994 wurde diese bedeutende Bildungseinrichtung geschlossen.
Kopschs schenkten vier Söhnen das Leben. Beruf und Familie zu vereinbaren, war schwierig, doch die Söhne entwickelten sich prächtig. Heute sind die Eltern Großeltern von 10 Enkelkindern. Viel Zeit für sich haben sie im Alltag immer noch nicht, doch Hobbys, gute Freunde, vor allem die Enkel, entschädigen für alles.