MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Joachim Koppatz
Das Gelungene im Leben als ein Geschenk ansehen
Bahnhofstr. 3
04939 Eilenburg
Fon: 03423 / 753387
Joachim Koppatz kommt am 28. Februar 1947 in Eilenburg zur Welt, der Vater leitet die Abteilung Finanzen beim Rat der Stadt, wechselt später aus politischen Gründen als Buchhalter in die Industrie. Er rät seinem Sohn, auf dem Bau zu arbeiten. Dieser zeigt schon auf dem täglichen Weg zur Schule ein lebhaftes Interesse für die vielen Baustellen. Nach dem Abschluss der zehnten Klasse beginnt Joachim Koppatz eine Lehre als Maurer im Bau- und Montagekombinat Süd in Leipzig, die er drei Jahre später abschließt, gleichzeitig legt er das Abitur ab. „Meine erste Baustelle war die Pinguin-Eisbar am Alten Rathaus“, erinnert er sich. Später folgen noch viel andere Projekte.
Doch zunächst studiert Joachim Koppatz an der Hochschule für Bauwesen in Leipzig, 1971 hält er das Diplom als Ingenieur für Bauwesen in den Händen. Nach dem Studium vermittelt ihn die Hochschule zunächst in das Betonwerk in Laußig bei Eilenburg, doch hier gibt es inzwischen keine Planstelle mehr für ihn. Aber Joachim Koppatz ist ein geduldiger Mensch, der auch mal warten kann. Er wird im neu entstehenden Kreisbaubetrieb Eilenburg gebraucht, aus dem 1974 der VEB Bau wird, der alle Baubranchen unter seinem Dach vereint. Hier ist er Bauleiter, ist ab 1976 fünf Jahre im Projektierungsbüro tätig und wird dann wieder als Bauleiter eingesetzt. Er baut in Berlin die U-Bahnstrecke nach Hönow mit und erlebt die Rekonstruktion und den Neubau des Nikolai-Viertels hautnah und intensiv mit. Seine letzte Baustelle ist der „Grönländer“ in Leipzig.
Erst nach den ersten freien Kommunalwahlen in der DDR wird Joachim Koppatz zum Baudezernenten des Landkreises Eilenburg berufen. In dieser Zeit geht es in seinem Bereich vorrangig um den Aufbau einer neuen Bauverwaltung, um die Auswahl geeigneten Personals für alle Amtsbereiche und vor allem um die Aneignung neuer Gesetze. „Ich saß um 7 Uhr im Büro, nach der Arbeit folgte das Selbststudium, oft erst nach 22 Uhr habe ich mein Büro abgeschlossen“, erinnert sich Joachim Koppatz. Trotzdem denkt er an eine sehr schöne Zeit mit viel Neuem und guten und motivierten Mitarbeitern zurück. Die Kreisreform bringt 1994 die Vereinigung mit dem bisher selbstständigen Kreis Delitzsch und damit die Herstellung der alten historischen Kreisgrenzen mit sich. Joachim Koppatz wird Erster Beigeordneter und ständiger Stellvertreter des Landrates des neuen Landkreises Delitzsch.
Er ist seit 1976 Mitglied der CDU, nach seinem Ausscheiden aus der hauptamtlichen Kommunalpolitik übernimmt er von 2002 an zunächst als Prokurist, dann als Geschäftsführer für fast zehn Jahre die Leitung des Behindertenzentrums in Delitzsch. Seit seinem Eintritt in den Ruhestand engagiert sich Joachim Koppatz in der Flüchtlingssozialarbeit und im LIONSCLUB Eilenburg / Bad Düben und arbeitet außerdem aktiv im sozial-diakonischen Bereich seiner Kirchengemeinde und des dort tätigen Vereins mit.
Seine Frau Gudrun ist leider 2015 verstorben, die Tochter Simone ist Sozialpädagogin in Delitzsch und Sohn Marcus arbeitet als Dachdecker auf Baustellen in der Schweiz. Zur Familie gehören auch vier Enkelkinder. Joachim Koppatz wünscht sich vor allem, froh und dankbar älter zu werden.