MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Horst Kohnert

Urgestein der Jenaer Busfahrer ….

Horst Kohnert

Drechsler
Berufskraftfahrer
Werner-Seelenbinder-Str.20
07747 Jena

So lautete die Artikelüberschrift auf der Lokalseite einer Thüringer Tageszeitung über Horst Kohnert, als dieser seine letzte planmäßige Busfahrt beendet hatte und in den Ruhestand verabschiedet wurde. Über 40 Jahre war er als Busfahrer im Liniendienst unterwegs. Dabei stellte v. a. die Steuerung der Ikarus- Busse gegenüber heutigem Bedienungskomfort eine besondere Anforderung dar. Der ständige Wechsel zwischen den verschiedenen Linien gestaltete die Arbeit aber auch abwechslungsreich. Mit 58 Jahren stellte sich Horst Kohnert noch einer weiteren Herausforderung und erwarb den Führerschein für die Straßenbahn. Mit der Erweiterung des Jenaer Straßenbahnnetzes reizte es ihn, auch auf diesem Beförderungsmittel eingesetzt zu werden. Er selbst bezeichnet sich als „Nahverkehrsnarr“. Geboren wurde er in Zella-Mehlis. Durch den Umzug der Familie verschlug es ihn nach Mühlhausen/Thür., wo Horst Kohnert die Schule nach der 8. Klasse verließ. Er wollte auf jeden Fall einen Holzberuf erlernen. Über die Berufslenkung wurde ihm eine Lehre zum Drechsler in einer privaten Tischlerei vermittelt. Nach Ende der dreijährigen Berufsausbildung arbeitete er dort noch ein Jahr als Geselle. Dann trat er im Mai 1957 seinen Freiwilligendienst bei der NVA an. Da er erst im August 18 Jahre alt wurde, musste seine Mutter ihre Zustimmung geben. Er kam nach Jena zu den Pionieren. Nach einer zweijährigen Weiterverpflichtung war jedoch im April 1962 Schluss. Er hatte seine Frau kennen gelernt und wollte nun ins Zivilleben zurückkehren. Hier nahm er eine Tätigkeit beim VEB Verkehrsbetrieb der Stadt Jena als Busfahrer auf. Den erforderlichen Personenbeförderungsschein hatte er schon während der NVA- Zeit erworben. Damit begann sein Jahrzehnte andauerndes Berufsleben im Jenaer Nahverkehr. Er ist stolz darauf, immer mit den Fahrgästen klar gekommen zu sein. „Mit Besonnenheit ließ sich fast jedes Problem lösen“, sagt er. Neben seiner Arbeit engagierte sich Horst Kohnert auch gewerkschaftlich für seine Kollegen. So war er zu DDR- Zeiten Vorsitzender der Wohnungskommission im Betrieb und verantwortlicher Bauleiter – neben seiner beruflichen Tätigkeit – für den Ausbau vorhandenen Wohnraumes für Betriebsangehörige. Darüber hinaus leitete er mehrere Jahre auch Kinderferienlager des Nahverkehrsbetriebes. Nach der Wende wurde er Mitglied des Betriebsrates Darüber hinaus wählte ihn die Belegschaft auch in den Aufsichtsrat des Unternehmens. Beiden Gremien gehörte er bis zu seinem Ausscheiden in den Ruhestand an. Seit 1962 ist Horst Kohnert mit seiner Ehefrau Ingrid verheiratet. Sie ist gelernte Fleischfachverkäuferin und hat als solche auch gearbeitet. Später leitete sie beim Konsum erst eine Lebensmittelverkaufsstelle und war anschließend dort noch einige Jahre im Büro tätig. Dann wechselte sie zur Sozialversicherung (SVK), die nach dem politischen Umbruch von der AOK übernommen wurde. Von hier aus ging sie in den Ruhestand. Sie haben zwei Kinder, fünf Enkel und inzwischen auch drei Urenkel. Ihr gemeinsames Hobby ist der Garten. Darüber hinaus beschäftigt sich Ingrid Kohnert gern mit dem PC und bastelt. Dagegen übt Horst Kohnert eine ganz besondere Freizeitgestaltung aus: Sticken. Viele filigrane Gobelinarbeiten sind bereits entstanden und er ist immer noch mit Freude dabei.
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