MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Prof. Dr. rer. nat. habil. Gerhard Kopperschläger
Virchow-Preisträger mit Herz für Gambia
Emeritierter Universitätsprofessor
04277 Leipzig
Gerhard Kopperschläger wurde am 13. Oktober 1935 in Nienburg an der Weser geboren. An der TH Leuna-Merseburg studierte er Chemie. Die Biochemie brachte ihn 1962 nach Magdeburg. In diesem Fach promovierte er 1966 in Halle. 1973 habilitierte er in Leipzig. An dem dortigen Institut blieb er anschließend auch tätig. 1981 erhielt er eine Professur für den Lehrstuhl Biochemie. 1993 wurde er für das Fach molekulare Biochemie erneut berufen. Nach vielen, verdienten Jahren in Lehre und Forschung kam für Prof. Gerhard Kopperschläger 2001 die Emeritierung. In Anerkennung seiner wissenschaftlichen Leistungen verlieh ihm die Universität die Gustav-Hertz-Medaille. Außerdem erhielt er den Virchow-Preis für seine Verdienste um die Forschung in der DDR.
Seit Jahren ist der frühere Hochschullehrer sozial engagiert: Es begann mit Arbeit im Vorstand des Projekts von „Social for the Gambia“. Heute begleitet er als Zweiter Vorsitzender ein neues Projekt „Social Projects for the Gambia“. Die Organisation hat es sich zum Ziel gesetzt, in diesem Entwicklungsland eine Schule aufzubauen. Dadurch soll Kindern sehr armer Eltern der Schulbesuch ermöglicht werden. Das ursprüngliche Projekt wurde 1999 von Brigitte Flick ins Leben gerufen, einer Frau aus der Oberpfalz, die in Leipzig arbeitete. Prof. Gerhard Kopperschläger las in einem Zeitungsartikel von dem Verein, beschloss aktiv zu werden und trat bei. Im Jahr 2002 verstarb Brigitte Flick völlig unerwartet. Der Naturwissenschaftler wurde zuständig für die Finanzen und reiste 2003 erstmals nach Gambia: „Man kann die Armut dort förmlich sehen. Es gibt wenige Straßen, kaum Elektrizität. Aber die Menschen sind freundlich und fröhlich.“ Seither war er mindestens fünf Mal in dem afrikanischen Land. Seine Frau Renate begleitete ihn. „Noch drei bis vier Jahre werde ich dieser angenehmen Tätigkeit nachgehen“, sagt der Wissenschaftler.
Neben seinem ehrenamtlichen Engagement ist das größte Hobby des zweifachen Vaters und Großvaters das Radfahren. Er fährt bis zu 3000 Kilometer im Jahr. „Das dient dem Spaß und der Gesundung.“ Auch Tagespolitik und Geschichte interessieren ihn. An seiner Stadt findet er die Kultur, den Wiederaufbau und den grünen Gürtel reizvoll. Als Menschen bewundert er Albert Schweitzer, Vorbild ist für ihn sein Förderer und Hochschulchef Professor Eberhard Hofmann. Glück bedeutet für ihn: „mit dem, was man hat, zufrieden zu sein und Menschen helfen zu können“. Er ist stolz darauf, als DDR-Kind „ungeschoren“ durch die Zeit gekommen zu sein. Sein größter Wunsch: „möglichst gesund zu bleiben und alt zu werden.“