MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Gerlinde Knüpfer
Den Lebensabend aktiv gestalten
Mosraberg 12
08468 Reichenbach
Fon: 03741 / 65540
Gerlinde Knüpfer, geb. Weller, wurde am 04.12.1944 im sächsisch-vogtländischen Limbach geboren und wuchs als Einzelkind auf. Da der Vater im Krieg gefallen ist, zählte später besonders Onkel Alfred zu ihren Vorbildern, der ihr seine Naturverbundenheit nahe brachte. Mutter Gertrud arbeitete u.a. in der Landwirtschaft und als Bäckereihilfe der Firma Schaarschmidt. Von 1951–1959 besuchte Gerlinde die Schule und absolvierte im Anschluss eine dreijährige Lehre als Verkäuferin beim Konsum in Netzschkau. „In diesem Beruf war ich im Prinzip mein ganzes Leben lang tätig und wurde bis 1993 in den verschiedensten Verkaufsstellen, hauptsächlich als Leiterin für den Bereich Lebensmittel, eingesetzt“, erzählt sie. Nach Auflösung der Konsumgenossenschaft half Gerlinde Knüpfer noch von 1993–1996 stundenweise in einem Netzschkauer Privatgeschäft und verkaufte vorrangig auf dem Wochenmarkt. Anschließend wurde sie EU-Rentnerin. Seit 1984 wohnt Gerlinde in ihrem Eigenheim in Reichenbach, zu dem ein ausgedehntes Grundstück mit vielen Tieren, wie Schafe, Ziegen, Hühner, Enten, Gänse, Katzen und Tauben gehören. „Früher waren auch noch Pferde dabei, aber dieses Pensum würde mir heute zu viel. Ich bin sehr dankbar, dass ich einen Großteil der Aufgaben noch allein bewältigen kann und meine Freunde Ines und Karsten mir immer tatkräftig zur Seite stehen“, resümiert sie. Von 1965–2013 war Gerlinde mit ihrem Mann Frank Knüpfer verheiratet, der als Eisenbahner arbeitete. Die Ehe blieb kinderlos. Heute lebt die Witwe allein. In ihrer knapp bemessenen Freizeit nimmt sie an Seniorenwandertagen teil, fährt noch Fahrrad, geht spazieren, Pilze sammeln oder einmal pro Woche zur Gmynastik in der WSG Oberreichenbach. Zu DDR-Zeiten engagierte sich Gerlinde Knüpfer über zehn Jahre als Übungsleiterin für den Reitsport in Christgrün. Getreu ihrem Motto „Leben und leben lassen“ beschreibt sie sich als arbeitsam, kollegial, sparsam und gerechtigkeitsliebend. Sie lebt nach christlichem Vorbild und besucht zu Fest- und Feiertagen auch gern einmal die Kirche. Verreist ist Gerlinde selten. „Wir waren zweimal an der Ostsee. Ansonsten ist es schwer gewesen, hier alles stehen und liegen zu lassen. Dafür gab es zu viel zu tun“, erzählt sie und ist stolz auf alles, was sie mit ihrer Hände Arbeit geschaffen hat. Für die Zukunft wünscht sich die rüstige Seniorin eine weiterhin stabile Gesundheit, damit sie sich noch einige Jahre um ihr liebevoll bestelltes Anwesen kümmern kann, welches seit so langer Zeit ihre Handschrift trägt. „Ich war immer bei Wind und Wetter draußen. Im Zimmer sitzen ist nichts für mich“, schmunzelt sie. Mit Hilfe ihrer Freunde, die diese Naturverbundenheit teilen, hofft Gerlinde Knüpfer daher, den Lebensabend weiterhin so aktiv gestalten, aber auch genießen zu können.