MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Gottfried Knorr

„Erfahrung bleibt des Lebens Meisterin“ (Johann Wolfgang von Goethe)

Gottfried Knorr

Werkzeugschlosser
Burkersdorfer Str. 115
09217 Burgstädt OT Burkersdorf
Fon: 03724 / 856387

Der Sohn einer Näherin (Handschuhe für die Wehrmacht genäht) und eines Chemiefacharbeiters kam 1938 in dem Haus zur Welt, das er heute bewohnt. Er blieb das einzige Kind seiner Eltern. Sicher auch bedingt durch die Abwesenheit seines Vater durch Inhaftierung wegen Beleidigung des sächsischen Gauleiters, seiner folgenden Kriegsdienstverpflichtung, der späteren Gefangenschaft und dem Tod in dieser durch eine Ruhr-Erkrankung. Gottfried Knorr wurde von seiner alleinerziehenden Mutter und seiner Großmutter großgezogen. 1944–1952 absolvierte der Junge die schulische Ausbildung, lernte danach den Beruf eines Werkzeugschlossers. „Vom Fensterwinkel, bis zu Schiebetürbeschlägen haben wir alles gemacht. Es gab nicht ein Vorhängeschloss in der DDR, das nicht aus unserem Betrieb stammte...“ erzählt er davon und auch, in den zwei Lehrjahren eine fundierte Ausbildung erhalten und sehr viel gelernt zu haben. Er blieb im Ausbildungsbetrieb tätig, wurde im Werkzeugbau eingesetzt und stellte fortan die gesamten Materialien zusammen, die für die Herstellung von Schnitt- und Prägewerkzeugen benötigt wurden. Später in der Stanzerei als Produktionskontrolleur beschäftigt, erlitt er einen arbeitsbedingten Rückenschaden und nahm deshalb 1966 ein Angebot für eine Verwaltungstätigkeit im Rat des Bezirkes an. Nun war er verantwortlich für die gesamte Statistik der Berufsausbildung. Die Berechnung von Bevölkerungs- und Altersstatistiken ermöglichte eine genaue Einschätzung der Ist-Situation und Planung und Berechnung von nötigen Entwicklungen in den Betrieben. „Überraschungen“ wie sie heute an der Tagesordnung sind wenn es um bestimmte Berufsgruppen geht, die plötzlich nicht mehr ausreichend vorhanden sind, gab es damals – auch durch seine Arbeit – nicht. 1976 wechselte Gottfried Knorr erneut die Arbeitsstelle, fing im Fitz-Heckert-Werk als Räumer an und war in der Lehrausbildung beschäftigt. Er ist stolz darauf, dass er auch viele internationale Fachkräfte ausbilden konnte die ihn bis heute nicht vergessen haben. Der politischen Wende in der DDR fiel auch das Fritz-Heckert-Werk zum Opfer. Gottfried Knorr wurde arbeitslos und fand keine neue Beschäftigung mehr. Mit 60 Jahren ging er in die Rente. Er fand bei einem Meinungsforschungsinstitut für einige Zeit noch eine Nebenbeschäftigung. Regelmäßig freute er sich ab dem Zeitpunkt über Treffen mit ehemaligen Kollegen. Gerne erinnert er sich auch heute noch an die schönen Urlaube an der Talsperre Kriebstein und in der CSSR sowie die Fahrten mit den Trabbi durch die gesamte DDR, die er mit der Familie erleben konnte. Seit 1963 mit Ehefrau Karin verheiratet (Textilfacharbeiterin, Meisterin), hat das Paar sich in den Jahren 1962–1970 über die Geburt der Kinder Sylvia, Ute und Michael freuen können, die ihrerseits später für zwei Enkel gesorgt haben.
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