MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Ingrid und Horst Koalenzki
„Gesundheit ist leichter verloren als wiedergewonnen.“ (Sprichwort)
Lottoweg 5
04838 Doberschütz
Fon: 034244 / 50160
Horst Koalenzki, Sohn eines Tischlers und einer Hausfrau, wurde als eins von sieben Kindern 1937 in Doberschütz geboren. Zwei seiner Brüder überlebten den Krieg nicht. Einer fiel bei Halle, der andere wurde nach dem Bombardement Dresdens von seiner Einheit als vermisst gemeldet. Durch seine Schwester fand er Gefallen an dem Schneider-Beruf, wurde jedoch letztendlich nach seiner 8-klassigen Schulbildung Reparaturschlosser (Lehre im RAW Delitzsch). Ein halbes Jahr arbeitete er als Geselle, ließ sich dann in der „freiwilligen Muss-Aktion“ (bei der Betriebe Freiwillige abstellen mussten) zum Dienst bei der Kasernierten Volkspolizei anwerben. Nach zwei Jahren zurückgekehrt, arbeitete er ein Jahr als Fahrer bei einem Kohlenhandel. Doch diese Arbeit entsprach nicht seinen Vorstellungen. Eigentlich wollte er wieder beim RAW Fuß fassen, entschloss sich schließlich aber im neugegründeten Oberbauwerk Leipzig die Arbeit aufzunehmen. Eine gute Wahl die er nie bereute, wie er erzählt: „Ich war mein ganzes Berufsleben – bis auf das eine Jahr Kohlehandel – bei der Bahn bis ich 1992 entlassen wurde. Als Reparaturschlosser habe ich viele Bahnmeistereien reparaturmäßig versorgt, wurde mit dem „Banner der Arbeit“ und als Aktivist ausgezeichnet.“ Im ganzen Arbeitsleben nur 60 Tage krank durch drei Betriebsunfälle wendete sich das Blatt für ihn von einem Tag auf den anderen entsetzlich: Am 01.05.2014 kam er nach Hause, spürte seine bereits ärztlich versorgten Rückenschmerzen und eine plötzlich akut eintretende Verschlechterung. Er wurde mit dem Rettungsdienst am 05.05.2014 in das Klinikum St. Georg Leipzig eingeliefert – querschnittsgelähmt. Eine sofortige, komplizierte Operation mit nötigen Wirbelentfernungen folgte. Dank einer aufmerksamen Therapeutin und umfangreicher Rehabilitationsmaßnahmen kann er indessen wieder eingeschränkt laufen. Die Ursache für sein Leiden: Eine beruflich bedingte und unheilbare Benzolvergiftung führt zur Knochenzersetzung. Niemand hatte das kommen sehen, trotz immer währender Behandlungen seiner Rückenschmerzen während seiner Berufstätigkeit. In der schwersten und auch emotional herausforderndsten Zeit half die Familie mit Ehefrau Ingrid (verstorben) und den Kindern Monika, Frank, Anett, Bernd und Britt. Tochter Britt ist die „....die heute noch alles hier managt....“ freut sich Horst Koalenzki über ihre Hilfe und Unterstützung und auch über den Zuspruch den er von allen anderen Familienmitgliedern erhält. Acht Enkel und vier Urenkel sind der Familie indessen zugewachsen. Horst Koalenzki blickt stolz auf sein Haus uns sein Grundstück: „....Das habe ich mir alles selbst geschaffen....“ und befragt danach, was für ihn Glück ist sagte er: „Glück war meine Frau....“ Horst Koalenzki erinnert sich und bedauert: „Früher wohnten wir hier oben fast ganz alleine. Aber man konnte mit dem Fahrrad in die Umgebung fahren und die Menschen ansprechen, wenn man Hilfe brauchte. Jeder packte zu, so wie auch ich selbstverständlich half wenn es nötig war. So war das in der DDR-Zeit. Die Wende brachte neue Häuser, neue Menschen im Umfeld, doch Gemeinschaftssinn ist kaum noch vorhanden....“ Die Verantwortung für das Wohlergehen anderer geht schleichend verloren und dabei ist es gerade das was das eigene Lebensglück steigert, wie Horst Koalenzki weiß, weil er einst anderes kennenlernen durfte.