MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Hannelore Kohl

Die gute Seele im Gemeindeamt

Hannelore Kohl

Staatlich geprüfte Landwirtin
Mitarbeiterin der Gemeindeverwaltung
Schulstr. 1a
04769 Mügeln OT Schweta

Im westpommerschen Notzkow (damals Kreis Schlawe, heute Noskowo/ Polen) kam sie 1935 als Hannelore Kolberg zur Welt. Im Kreis von sieben Geschwistern wuchs sie in einer durch die Landwirtschaft geprägten Familie auf. Die Eltern arbeiteten auf dem dortigen Gut, nur fehlte der Vater im Krieg, erst 1949 kam er aus Gefangenschaft zurück. Wenige Schuljahre erlebte sie im Geburtsort, dann musste die Tante als Ersatzlehrerin einspringen, an geregelten Schulbesuch war in jenen Jahren nicht mehr zu denken. 1947 mussten sie die pommersche Heimat verlassen, fanden in Sachsen in Kleinböhla, am Rand der Dahlener Heide, Aufnahme. Im benachbarten Großböhla konnte sie nun 1949 die Schule mit der achten Klasse abschließen. Die junge Hannelore hatte in ihrer Kindheit im Kirchenchor mitgesungen, kann die Lieder bis heute. Auch las sie immer gerne, doch an den Wunschberuf Bibliothekarin war in den schwierigen Zeiten nach dem Krieg nicht zu denken. Damals war es auch mit anderen Lehrstellen knapp, so begann sie beim Bauern zu arbeiten, besuchte dazu die Landwirtschaftsschule in Wurzen und zum Schluss in Döbeln. In Döbeln lernte sie auch ihren Mann Rudolf Kohl kennen, 1957 wurde geheiratet. Schon als Paar gingen sie zusammen nach Mecklenburg, als unmittelbar nach dem Abschluss als Staatlich geprüfte Landwirtin für den Einsatz im Norden geworben wurde. Doch bald kam ein Hilferuf seiner Mutter, die in Schweta eine Neubauernstelle innehatte. So wurde die kleine Gemeinde Schweta (1994 nach Mügeln eingemeindet) zur Lebensaufgabe für Hannelore Kohl und ihren Mann. Als wenige Jahre später die Kollektivierung in der DDR zur Gründung einer Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) führte, wurde Rudolf Kohl dort Mitglied. Frau Hannelore konnte sich eine Aufgabe in der industriellen Schweinezuchtanlage vorstellen, doch riet der Arzt ab. So ging sie als Sachbearbeiterin zur Gemeindeverwaltung von Schweta. Mit ihrer jahrelangen Arbeit im Gemeindeamt unterstützte sie zuverlässig und geschätzt die Bürgermeister des Orts, von denen sie vier erlebte. Als die Verwaltung nach der Eingemeindung in die Stadt wechselte, ging Hannelore Kohl in den Ruhestand. Ihrer fast sechzigjährigen Ehe, Rudolf Kohl ist im Jahr 2016 verstorben, entstammen die Töchter Ilona (1958 geboren), Sabine (1960) und Sohn Carsten (1966). Sieben Enkelkinder erweiterten den Familienkreis. Heute, wo ihr körperliche Tätigkeiten zunehmend schwerfallen, kümmert sich Sohn Carsten liebevoll um seine Mutter, da er in der Nähe wohnt. Mit den entfernteren Töchtern bleibt der fast tägliche Kontakt per Telefon.
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