MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Joahnnes und Helga Knorr
Arbeit, Sport, Familienglück
Zimmermann, Karosserieklempner
Arbeiterin, Rentnerin
Dr.-Zamenhof-Str. 14
04654 Frohburg
Beide sind Jahrgang 1933. Johannes Knorr kam schon in Frohburg zur Welt. Ab 1939 besuchte er die dortige Schule, wechselte dann auf die Oberschule in Borna, doch nach dem Ende des Krieges fehlte das Schulgeld, das damals noch aufzubringen war (der Vater galt als vermisst, kehrte erst später zurück). So schloss er die 8. Klasse wieder an der Frohburger Volksschule ab, wurde in der ortsansässigen Fa. Robert Kupfer zum Zimmermann ausgebildet. Die Kopfverletzung bei einem Arbeitsunfall (auf dem Bau bestand damals noch keine Helmpflicht) beschwerte den jungen Lehrling noch wenig, erwies sich im Laufe der Jahre als schwerwiegend. Er schloss noch nach zweieinhalb Jahren seine Lehre ab, begann beim Kommunalwirtschaftsunternehmen (KWU) Borna, doch eine Tätigkeit auf Gerüsten und an Maschinen wurde unmöglich. Er arbeitete im Lager, dann in einer Lackiererei und Sattlerei, die in Richtung Karosseriebau erweitert werden sollte. Er besuchte Lehrgänge, bestand die Prüfung als Karosserieklempner, die Schweißerprüfung und blieb bei der Firma bis 1966. Dann schlug die Krankheit wieder zu. Eine Medikamenteneinstellung in der Zschadraßer Klinik brachte langsam Verbesserung. Nach der Invalidisierung durfte er nur noch dreieinviertel Stunden täglich arbeiten, doch in der Karosserieabteilung der PGH Raumgestaltung Frohburg konnte er seine Fertigkeiten einsetzen und an junge Leute weitergeben. Zwar schraubte er Autos zusammen, durfte wegen der Erkrankung selbst aber nicht fahren. 1986 schied er gänzlich aus dem Berufsleben. Seit der Heirat im Jahr 1954 stand Frau Helga, geborene Berger, an seiner Seite. Sie stammte aus einer landwirtschaftlich geprägten Familie in Rötha, ihrem Geburtsort. Ihre Mutter starb, als sie vierzehn Jahre alt war. Neben und nach dem Schulbesuch gehörte ihre arbeitsreiche Kindheit und Jugend dem elterlichen Hof. Mit der Heirat ging es nach Frohburg, wo bald ihr Einsatz den in rascher Folge geborenen Söhnen (Ralf 1954, Jürgen 1955, Peter 1957) gelten musste. Als diese größer wurden, fand sie zehn Jahre Arbeit im Lager einer Textildruckerei. Doch konnte sie nach einer Operation keine schweren Lasten mehr bewegen, so wechselte sie in einen Lebensmittelladen der Staatlichen Handelsorganisation (HO) in Frohburg, wo sie bis 1990 Aufgaben und Auskommen fand. Stolz ist das Ehepaar auf die berufliche Entwicklung der Söhne, auf die Enkel. Der Garten bereitet ihnen Arbeit, aber ebenso große Freude. Viele Jahre war Johannes Knorr, erst fußball- dann handballbegeistert auch dem Wintersport und der Leichtathletik zugetan. Sein Engagement zeigte sich in späterer Zeit durch eine langjährige Tätigkeit als Wettkampfrichter in der Leichtathletik mit internationaler Einstufung (u. a. 14 Länderkämpfe), nach den aktiven Jahren 1986 im Leipziger Zentralstadion einst feierlich verabschiedet.