MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Bärbel Koch
„Rhein in Flammen“
Verkäuferin i. R.
04668 Grimma OT Nerchau
Bärbel Koch wurde am 03.03.1939 in Podasch bei Breslau als Tochter eines Bahnangestellten und einer Hausfrau geboren. Während des Krieges war die Familie gezwungen, die Heimat zu verlassen. Untergekommen in Cannewitz, arbeitete ihr Vater fortan auf dem örtlichen Gut, während Mutter den Lebensunterhalt durch Näharbeiten verdiente.
Ihr Bruder war fast 18 Jahre älter als sie. Somit wuchs Bärbel Koch quasi als Einzelkind auf und profitierte von den intellektuellen Fähigkeiten der Mutter ebenso wie von handwerklichem Geschick und praktischer Veranlagung ihres Vaters.
Nach der Schule hütete sie Gänse und danach begann beim Spielen mit Freunden aus dem beschaulichen Dörfchen die schönste Zeit des Tages.
Später besuchte sie die Haushaltsschule und schloss bei der Handelsorganisation, bei welcher sie fast ihr gesamtes Berufsleben beschäftigt war, eine Lehre zur Verkäuferin im Industriebereich ab. U. a. verkaufte sie Kurzwaren, Textilien und Schuhe, wonach sich Elektro- und Haushaltswaren hinzu gesellten.
Nach der deutschen Vereinigung blieb es Bärbel Koch nicht erspart, den Ausverkauf aller Artikel zu reduzierten Preisen übernehmen zu müssen und sich in Arbeitslosigkeit zu begeben. Diese währte glücklicherweise nur kurz. Nach Zweitausbildung zur Verkäuferin unter bundesdeutschem Standard, fand sie in Grimma nochmals eine Festanstellung, bis sie ihr Rentnerdasein genießen konnte.
Geschmälert war ihr Seelenleben allerdings durch einen schrecklichen Schicksalsschlag. Ihre geliebte Tochter Carmen verstarb mit nur 44 Jahren. Leider lebt Bärbel Kochs Enkeltochter relativ weit entfernt in Ulm. Doch bis zum Ableben ihres Mannes 2012 versuchte Bärbel Koch, sich mit ihm ein möglichst erlebnisreiches Leben zu gestalten.
Bärbel und Heinz Koch heirateten 1960. Heinz Koch war gelernter Drucker und arbeitete als Lehrausbilder. Nach der Wende nutzten Kochs die Gunst der Stunde und unternahmen viele Europa-Reisen.
Ansonsten wird „Helfen“ groß geschrieben. Wird sie gebraucht, ist sie zur Stelle und ist es ihr möglich, spendet sie gern für das Deutsche Rote Kreuz oder SOS-Kinderdörfer.
Bärbel Koch hat aufgrund ihrer freundlichen Art viele Bekannte, bei denen sie auch Fest- und Feiertage verbringt.
Ihr großes Haus hat sie verkauft, bewohnt heute einen Teil davon zur Miete und pflegt mit Hingabe ein Stückchen des Gartens. Sie ist dankbar, geistig und körperlich noch beweglich zu sein und nachdem sie mit ihrem Mann bei einer Schiffsreise den „Rhein in Flammen“ erlebte, sollte der Traum einer weiteren Kreuzfahrt noch in Erfüllung gehen.