MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Günter und Monika Kohlstrunk

Das Leben auf sich zukommen lassen und meistern

Günter und Monika Kohlstrunk

Dachdecker und Kraftfahrer
Fachverkäuferin
Am Bach 1

01683 Nossen OT Leuben

Günter und Monika Kohlstrunk sind DDR-Kinder der siebziger Jahre. Sie haben nach ihrem Kennenlernen 1972 sehr schnell geheiratet, um noch in den Genuss des kurz vorher beschlossenen Ehekredites zu kommen. Dass vor allem viel Liebe im Spiel war, beweist, dass sie sich bis heute immer noch in jeder Situation aufeinander verlassen können. Zwei Jahre später kommt der Sohn Monty zur Welt, ein gelernter Gießereimechaniker, der heute als Meister arbeitet. Günter Kohlstrunk wächst in einer Familie mit zwölf Geschwistern auf. Er blickt gern auf eine Kindheit zurück, in der der Vater sich sehr aufopferungsvoll um die Familie kümmert, die Kinder zur Arbeit anhält und ihnen trotzdem Freiraum zum Spielen lässt. Nach dem Abschluss der achten Klasse erlernt Günter Kohlstrunk drei Jahre den Beruf eines Dachdeckers beim Kreisbau Meißen und leistet ab 1966 den dreijährigen Wehrdienst ab. Er will etwas erleben und geht nach der Entlassung zum Autobahnbau, kehrt aber nach dem Tod des Vaters 1971 in sein Elternhaus zurück. Er arbeitet bis 1990 als Kraftfahrer bei der Bäuerlichen Handelsgenossenschaft (BHG) und anschließend als Verkäufer auf dem Baumarkt in Lommatzsch. Nach fünf Monaten der Arbeitslosigkeit kann er 2006 mit 60 Jahren in den wohlverdienten Ruhestand gehen. Die Kraftfahrer der ehemaligen BHG treffen sich bis heute jährlich in der Bahnhofsgaststätte. Im Jahr 1975 erwirbt Günter Kohlstrunk ein Grundstück und baut hier ein Haus unter den schwierigen Bedingungen der Mangelwirtschaft in der DDR. Darauf ist er bis heute sehr stolz. Monika Kohlstrunk wächst in einer Familie von Landwirten auf. Sie hat schon als Kind viel gearbeitet und denkt trotzdem an eine schöne Kindheit zurück. Wie ihr Mann denkt sie noch heute mit Hochachtung an ihre Eltern, die sie in schwerer Zeit aufgezogen haben. Sie wird 1956 eingeschult, bricht 1964 die Erweiterte Oberschule ab und erlernt ab 1965 drei Jahre den Beruf einer Fachverkäuferin für Fischwaren bei der Handelsorganisation (HO). Ab 1970 arbeitet sie bei der BHG Ziegenhain, wo sie ihren Mann kennen lernt und steht vier Jahre später im Landwarenhaus des Konsums am Fischstand. Die gesellschaftlichen Umbrüche ab 1990 bringen ihr vor allem die Arbeitslosigkeit. Sie fühlt sich sehr elend, gerade ein Jahr vorher ist sie für ihr berufliches Engagement geehrt worden. Sie durchläuft anschließend verschiedene Stationen, erlebt die Glücksritter aus den Westen, die viel versprechen, nichts halten und vor allem viel zerstören. Nach zwei Jahren erneuter Arbeitslosigkeit kann sie mit 63 in die Rente gehen und hat diese Entscheidung bis heute nicht bereut. Günter und Monika Kohlstrunk genießen den Lebensabend bei guter Gesundheit. Sie schauen fern und lesen viel, sind gern mit Freunden zusammen, verreisen und freuen sich über ein schönes Leben.
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