MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Alexander Knorn

„Er tankt den Akku beim Angeln auf“

Alexander Knorn

mit Tochter Sandra und Enkelin Jasmin
Rentner
Tollensestr. 39
12619 Berlin

Das kontrastreiche Leben von Alexander Knorn begann am 16. Juni 1933 in Berlin, wo er heute noch gern lebt. Während der Volksschulzeit war das Lernen von den Kriegseinsätzen des Jungvolkes geprägt. Die jungen Leute gingen zum Schießen in die Kiesgruben und transportierten die Treibladungen der Mörser mit Pferd und Wagen zu den Schützengräben. Daher entstand wohl auch der Wunsch, Büchsenmacher zu werden, doch die antimilitaristische Erziehung nach dem Krieg ließ das nicht zu. Nach Kriegsende fand der Unterricht in Gaststätten und im Gutshaus von Mahlsdorf statt. Trotz dieser Schwierigkeiten bewältigte er eine Lehre zum Klempner bei der Firma Walter Lück. Seine erste Arbeit waren Wassereimer, die in Rostock gegen Heringe eingetauscht wurden. Sonst gab es vor allem Reparaturarbeiten, die den Zerstörungen des Krieges geschuldet waren. Dazu gehörten das Untersetzen von Badeöfen und das „Flicken“ von Kochtöpfen, die später wieder eine Rolle für ihn spielen sollten. Über einen Tiefbaubetrieb schulte auf der Abendschule zum Kanalbauer um und wechselte 1961 in den VEB Großmontage, wo er Tankanlagen betreute und die Wandlitzer Heizungsanlage mit aufbaute. Weiterbildungen wie die zum Plasteschweißer und Gasschweißer R 3 verschufen ihm neue berufliche Perspektiven. So baute er eine Neutralisierungsanlage, eine Lackfabrik, die Heizungskesselanlage des Fleischkombinates und die Felsenanlage des Bärenschaufensters im Berliner Tierpark mit auf. In der betriebseigenen Ausbildungsstätte wurde er zudem als Lehrschweißer eingesetzt. Aufgrund eines Sportunfalls erhielt er einen Schonplatz im Versand und arbeitete etwa 30 Jahre als Lagerleiter aller Freilager der Berliner Baustellen. Er hatte Materialien mit Millionenwert zu verwalten, die aber nach der Wende nicht mehr als wirtschaftlich angesehen und verschrottet wurden. Das veranlasste ihn, bald in den Vorruhestand und zu gehen. Neben der Arbeit hatte er von Jugend auf jedoch zwei kontrastierende Hobbys: das Angeln im Verein, durch den Vater und einen Riesenkarpfen-Fang angeregt, wo er Energie auftankt, und den Fußballsport, wo er diese Energie als Spieler bis Ü60 wieder in Bewegung umsetzt - daher sein Spitzname AKKU. Die Familie ist ihm als dreifachen Großvater sehr wichtig. So zieht ihn verstärkt der Kochtopf wieder an und er versorgt täglich seine Enkelin mit Mittagessen. Dabei verarbeitet er gern die gesunden Erzeugnisse aus dem eigenen Garten. Könnte er die Lottozahlen voraussehen, hätte er ein tolles Auto für Familienausflüge.
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