MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Gerold Kny

Vom Schlotfeger zum Sicherheitsexperten

Gerold Kny
Schornsteinfegermeister

Schornsteinfegermeisterbetrieb GmbH Kny Brand 27 08527 Plauen Fon: 03741-47 27 00 Internet: www.gerold-kny.de    

Sein Mythos ist ungebrochen. Der Mann in Schwarz mit Zylinder und Leiter gilt vielen Menschen noch immer als Glücksbote. Besonders dann, wenn es gelingt, einen seiner Jackenknöpfe zu berühren. Gerold Kny kennt viele solcher Geschichten. Er ist Schornsteinfeger mit Meisterbrief und 28 Jahre in seinem Kehrbezirk unterwegs. Weil er „Freiheit in der Arbeit“ sucht, möchte Gerold Kny Seemann oder Förster werden. Berufe, die ihn nicht in geschlossenen Räumen einsperren, wo die Klingel nicht Arbeitsbeginn und Arbeitsende anzeigt. An seiner „Westverwandschaft“ seien diese Wünsche gescheitert, erzählt Gerold Kny. Und so habe er Schornsteinfeger gelernt. Ende der 70er Jahre werden Schornsteinfeger gesucht. Gerold Kny erhält nach seinem Armeedienst schon bald Angebote. Und das trotz Bewerberlisten. Er entscheidet sich für einen Kehrbezirk in Plauen. Heute muss sich ein Schornsteinfeger alle sieben Jahre erneut für seinen Bezirk bewerben. Früher bekam er ihn auf Lebenszeit, vorausgesetzt, er ließ sich nichts zuschulden kommen. „Zu DDR-Zeiten standen das Kehren, die Genehmigung von Brennstellen und die Sicherheit im Vordergrund. Jetzt bin ich Sicherheits-, Umwelt und Energieexperte“, meint Schornsteinfegermeister Kny. Dafür habe er sich in Umschulungen qualifiziert. Neue Gesetze und europäische Richtlinien werden das Berufsbild des Schornsteinfegers weiter modifizieren. So darf ab 2013 jeder seinen Schornsteinfeger selbst suchen. Viele Kunden signalisierten dem Schornsteinfegermeister und seinem Gesellen bereits, dass sie deren Dienste auch weiter nutzen werden. Rund 20 Prozent leiste er hoheitliche Aufgaben, weil sich der Staat seiner als „beliehener Unternehmer“ bediene, erläutert Gerold Kny. Seine langjährigen Erfahrungen bringt Meister Kny in den Innungsvorstand der Schornsteinfeger ein. Und natürlich ist er auch ein aktiver Feuerwehrmann. In den Wendezeiten, als er nicht wusste, ob er in seinem Beruf bleiben konnte, absolvierte Gerold Kny eine Ausbildung als Rettungsassistent. Seither übernimmt er Dienste bei den Johannitern. Als Mitglied seiner Kirchengemeinde leistet der 53jährige Notfallseelsorge. Steht Menschen in Krisensituationen bei. Ein Engagement, das viel Einfühlungsvermögen verlangt. Der 5fache Vater ist stolz auf seine Kinder, die alle einen Beruf erlernten und in Lohn und Brot stehen. Einer als Schornsteinfeger. Als Kind ist Gerold Kny gern gesegelt. Vor zwei Jahren hat er wieder damit begonnen und sich ein Stückchen Seemannstraum aus Jugendjahren zurückgeholt…
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