MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Dr.-Ing. Rudi Koeppe

„Ich lasse mich nicht verbiegen!“

Rudi Koeppe
Architekt i. R.

Roseggerstraße 21
01326 Dresden

Unbeirrbar ging er seinen Weg, engagierte sich auf vielen Ebenen, war beliebter Kollege, anerkannter Fachmann und über Ländergrenzen hinaus bekannt. Am 07.08.1928 als Sohn eines Buchdruckermeisters und einer Hausfrau in Korbetha bei Merseburg geboren, besuchte er später mit kurzer Unterbrechung auf Grund der Infanteriegrundausbildung die Oberschule für Jungen und legte 1947 das Abitur ab. Der Einberufung zur Kriegsmarine folgte er 1945 nicht. Durch Bauarbeiten am Lehmhaus der Familie war sein Berufswunsch früh geboren. Nach Maurerlehre hielt er 1948 den Gesellenbrief in den Händen, bewarb sich an verschiedenen Hoch- und Fachschulen und nutzte die Chance, sich an der Technischen Hochschule Dresden seinem Architekturstudium widmen zu können. Die Diplomabschlussprüfung für Architekten kombinierte der Baufreudige mit dem Abschluss für Ingenieurpädagogik und nahm 1954 im Entwurfsbüro für Hochbau Dresden II als Architekt für ländliche Bauten praktische Tätigkeit auf. Durch seine Mutter, die Landwirtschaft für kleinen Nebenerwerb nutzte, war er eng mit dieser verbunden. 1957 vollzog der Architekt den Wechsel zur Abteilung Stadt- und Dorfplanung als Dorfplaner, begann 1968 ein postgraduales Studium zum Fachingenieur für Gebäudeerhaltung und promovierte 1971 – Altwohnbauten in historischen Siedlungen thematisierend – zum Dr.-Ing. Nebenbei waren ihm zahlreiche Entwürfe, Bauleitung für Um- und Ergänzungsbauten, diverse Veröffentlichungen sowie Vorträge an der TU zu verdanken. Übrigens ist seine ganze Familie von dieser Profession geprägt. Auch Ehefrau Ursel übte und Sohn Hans übt den Architektenberuf aus. Ehrenamtliche Tätigkeit in der Denkmalpflege begleitete die Jahre ebenso wie ab 1990 die neue Herausforderung als Referatsleiter Denkmalschutz und Denkmalpflege im Regierungspräsidium Dresden, 1993 ging er in den wohlverdienten Ruhestand. 1995 übernahm Dr. Koeppe an der TU Dresden einen Lehrauftrag für Baugestaltung in ländlichen Siedlungen. So konnte der einsatzfreudige Rentner, der auch im Landesverein Sächsischer Heimatschutz e. V. tätig ist, sein Wissen und seine Erfahrungen weitergeben. Eines ließ der Inhaber des Architekturpreises des Bezirkes Dresden sowie der Schinkelmedaille in Gold jedoch nie zu – sich verbiegen zu lassen.
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