MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Barbara und Johann Knoll
Gemeinsam die Herausforderungen des Lebens meistern
Gärtnerin
Schlosser, Schweißer
Höfgen 22
01683 Nossen OT Höfgen
Es ist ein stürmischer Schneetag, als Barbara Knoll am 3. Februar 1949 in Wunschwitz zur Welt kommt. Bis heute erinnert sie sich an eine sehr schöne Kindheit mit der Mutter und der Oma. Letztere hat selbst fünf Kinder großgezogen. Die Mutter arbeitet in der Landwirtschaft, die Oma als Meisterin in der Schweinezucht. Der Tochter haben es die weißen Schürzen und Hauben der Kellnerinnen im Café angetan, sie träumt davon, ebenfalls Serviererin zu werden. Doch diese Blütenträume reifen nicht, nach dem Abschluss der zehnten Klasse beginnt Barbara Knoll eine zweijährige Lehre bei der GPG „Am Talkenberger Hof“ in Coswig, die vor allem Gemüse anbaut. In dieser Zeit lernt sie ihren Mann Johann kennen, sie heiraten 1967. Im selben Jahr kommt die Tochter Manuela zur Welt, die heute als Raumpflegerin arbeitet, ein Jahr später die Tochter Diana, die den Beruf einer Fleischerin erlernt und schließlich Romana, eine Weberin die heute im Westen an einer Tankstelle als Verkäuferin tätig ist. Barbara Knoll versorgt in dieser Zeit außerdem ihre Oma und einen Nachbarn und ist bis 1993 Helferin in einem Kindergarten. Von den Entwicklungen ab 1990 ist sie nicht begeistert. Sie lernt die Arbeitslosigkeit kennen, ist in verschiedenen AB-Maßnahmen bei der Volkssolidarität tätig, absolviert ab 1996 eine Weiterbildung zur Sozialhelferin und arbeitet bis zur Berentung im Jahr 2014 in einer Kita als Reinigungskraft.
Johann Knoll kommt 1944 im heutigen Lodz zur Welt, die Mutter muss 1945 mit drei Kindern die Heimat verlassen und versorgt später als Hausfrau die Familie. An seine Schulzeit in Ziegenhain denkt Johann Knoll gern zurück. „Es gab einen guten Zusammenhalt unter den Kindern und Jugendlichen, wir haben eine Menge gemeinsam erlebt“, erzählt er. Nach der Schule erlernt der Junge den Beruf eines Schweißers bei der Firma Gotthardt & Kühne in Lommatzsch. Der Wehrdienst bleibt ihm erspart, weil der Bruder in der Fremdenlegion ist. Er arbeitet beim Energiebau, als Schlosser bei der BHG, als LKW-Fahrer und als Einkäufer.
Ab 1993 arbeitet Johann Knoll in verschiedenen Betrieben, erlebt mehrere Pleiten und wird mit 60 Jahren zwangsberentet. „Sie bekommen von mir keine Arbeit mehr“, erklärt ihm eine Amtsperson mit zynischem Unterton. Ohne Bedauern scheidet Johann Knoll danach aus dem Arbeitsleben aus.
Barbara und Johann Knoll halten bis heute einträchtig zusammen und sind immer füreinander da. Sie leben sehr gern in ihrer Heimatregion und sind stolz auf ihr Haus, in dem sehr viel an mühevoller Arbeit steckt. Es ist ihr Refugium, in dem sie ihren Lebensabend beim Stricken und Basteln genießen. Und selbstverständlich wollen sie ihren Kater Pauli nicht missen, der fest zur Familie gehört.