MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Lisa Knochendöppel
Pädagogin auf Umwegen
Berufsschullehrerin i. R.
Fasanenstraße 14 c
17034 Neubrandenburg
Leicht war der Start ins Leben für Lisa Knochendöppel nun wahrlich nicht. 1931 hatte sie in dem kleinen Örtchen Silz inmitten der Landschaft der Mecklenburgischen Seenplatte das Licht der Welt erblickt. Ihr Vater fiel im Zweiten Weltkrieg, der Wunsch, Lehrerin zu werden, stieß erst einmal auf unüberwindbar scheinende Hürden. An der kleinen Schule in Silz lernten jeweils vier Jahrgänge in einem der zwei Räume, dort schloss sie 1946 mit der 8. Klasse ab. Dann folgten Gelegenheitsarbeiten als Haushaltshilfe, im Laden der Konsumgenossenschaft, in der Landwirtschaft. Ins nahe Waren ging es aller vierzehn Tage zur beruflichen Schule. Daraus ergab sich die Möglichkeit, 1949 doch eine richtige Lehre im Einzelhandel zu beginnen, die sie in den Städtchen Malchow und Waren absolvieren und 1951 abschließen konnte. Dann half der Zufall mit einer Anzeigenkampagne, Berufsschullehrer würden gebraucht. Nun sah sie mit zwanzig Jahren doch noch die Chance, ihrem Traumberuf näher zu kommen. In einjährigem Direktstudium in Berlin wurde sie auf die Aufgabe vorbereitet, dann war sie schon Lehramtsanwärterin und wurde nach Anklam vermittelt. Sie unterrichtete Warenkunde, Lebensmittelkunde, Betriebsökonomie, Fachrechnen und Verkaufskunde. Vier Klassen betreute sie gleichzeitig als Klassenlehrerin. Nach jeweils einem Jahr Fernstudium bestand sie die erste und zweite Lehrerprüfung. Dann fand sie den Mann fürs Leben, wechselte darum 1956 ins sächsische Döbeln. Bis 1973 wirkte sie hier wieder als Berufsschullehrerin, bis es zurück in die mecklenburgische Heimat gehen konnte, da ihr Mann, gelernter Maschinenbauer, einen Job beim neu erbauten Renommier-Hotel „Vier Tore“ annehmen konnte. Lisa Knochendöppel begann als Erzieherin im Lehrlingswohnheim des Hotelbetriebes, übernahm ein Jahr später dessen Leitung. 1980 sollte sie bei einer Umstrukturierung und Zusammenlegung mit anderen Wohnheimen nur noch Stellvertreterin sein. Da fand sich mit der Heimleitung für die Lehrlinge des VEB Gartenbaubetriebes Neubrandenburg neue Herausforderung, sie erinnert sich besonders gern an die Begegnung mit polnischen Austauschschülern. Bis 1990 nahm sie diese Aufgabe wahr, dann musste sie erleben, vorzeitig in den Ruhestand verabschiedet zu werden. Der Verlust schmerzte, viele menschliche und soziale Kontakte blieben, aber manche Gefährten sind schon gegangen, ihr Mann verstarb bereits 1978. Zwei Söhne, zwei Enkel entsprangen ihrer Ehe.