MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Marianne und Ernst Knepper

Bienenkästen und Weihnachtspyramiden

Marianne und Ernst Knepper

Rentnerin und Stellmacher
Ottewiger Str. 1
04720 Zschaitz-Ottewig OT Zunschwitz

Fon: 034324 / 21173

„Meine Kindheit ist in eine schlechte Zeit gefallen“, erinnert sich Ernst Knepper. Nach dem Krieg wird in seinem Heimatort Neckarnitz eine Befehlsstelle eingerichtet, deren Kommandant die Menschen im Ort vor Belästigungen und Schlimmerem bewahrt. Auch Ernst Knepper und seine Freunde sorgen immer wieder dafür, das durch kluge Vermittlung Schaden vom Ort abgewendet werden kann. Trotz der schweren Jahre spricht er von einer behüteten Kindheit. Als er mit 14 Jahren 1948 die Schule verlässt, findet er eine Lehrstelle bei einem Stellmacher, der ihn zunächst für älter hält. Während der Lehre hat er es viel mit oft sehr schweren Harthölzern für die Wagenräder zu tun. Sein Gesellenstück ist ein Wagenrad, das er vom Anfang bis zum Ende völlig allein zu bauen hat. Nach der Lehre muss ihn der Meister entlassen, da es kein Material gibt. Ernst Knepper geht für ein Jahr zum Erzbergbau, wo es ihm nicht gefällt und arbeitet in den nächsten zwölf Jahren als Traktorist in Petschwitz. Die nächste große Station ist eine Werkstatt bei der Zwischenstaatlichen Bauorganisation (ZBO), anschließend arbeitet er als Werkstischler bei der Zigarrenfabrik in Döbeln. Hier entdeckt Ernst Knepper seine Liebe zur Schnitzerei und beginnt, Pyramiden für das Weihnachtsfest zu bauen. Diese finden zu DDR-Zeiten sehr viel Zuspruch. Seine größte Pyramide hat eine Größe von zweieinhalb Metern. Der Chef der Bäuerlichen Handelsgenossenschaft (BHG) ist sehr erfreut, als sich Ernst Knepper bei ihm bewirbt, denn in den Jahren 1984¬¬–1989 baut dieser Bienenkästen für ihn. Er kann in seinem Haus arbeiten, die Maschinen stehen heute noch hier. Anschließend nimmt Ernst Knepper den Altersübergang in Anspruch und kann mit 60 Jahren in Rente gehen, allerdings mit Abzügen. Mit seiner Frau Marianne ist er seit 1957 verheiratet, sie lernen sich auf einem Tanzsaal in Glaucha kennen. Sein Vater hat ihn vorher eingeschärft, kein Flüchtlingsmädel, sondern nur ein Mädel aus Sachsen mit nach Hause zu bringen. Im Jahr 1961 wird der Sohn Gerold geboren, später gehören zwei Enkel und zwei Urenkel zur Familie der Kneppers. Der Sohn ist von Beruf Zerspaner und arbeitet nach der Wende in der Möbelfabrik. Durch die Enge im Elternhaus kommt es zu Spannungen, das Paar zieht zu den Eltern der Frau und beginnt 1974 mit dem Bau eines Eigenheims. Auch Marianne Knepper mauert mit und siebt Sand. Diese Eigenleistung spart Geld, die Häuslebauer helfen sich und tauschen sich aus. Ernst Knepper sieht sich als einen lustigen Typ, auch seine Frau ist ein Mensch, der gerne lacht. Beide sind froh, dass ihre Familie so einträchtig zusammenhält. In ihrem Alter schätzen sie vor allem die Gesundheit als ein sehr hohes Gut ein.
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