MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Inge und Herbert Klockau

Frau und Mann der Tat

Inge und Herbert Klockau

Elektromontiererin, Filialleiterin
Fleischer, Kraftfahrer
Molkereistr. 8
04509 Krostitz OT Kletzen

Arbeiten haben beide früh gelernt. Das war wie selbstverständlich für Menschen, die in bäuerlichen Haushalten groß geworden sind. Inge Klockaus Mutter war mit den fünf älteren der insgesamt neun Geschwister nach dem Krieg aus Schlesien vertrieben, später kamen noch vier Kinder dazu, zu denen Inge und ihr Zwillingsbruder gehörten, die Mutter Helene nach der Scheidung allein zu versorgen hatte. Aber die Sprösslinge mussten mit anpacken neben der Schule, die die 1953 in Zwenkau geborene Inge in Zitzschen und Großdalzig bis zur achten Klasse besuchte. Sie erlernte danach den Beruf eines Elektromontierers, übte ihn anfangs in Eythra (der Ort fiel später der Braunkohle zum Opfer) und nach dem Umzug nach Leipzig beim VEB RFT Nachrichtenelektronik Leipzig aus. Nach der Geburt des Sohnes Thomas (1972) war sie zeitweise in Heimarbeit tätig. 1980 wechselte sie zum Schlachthof als Disponentin Absatz Konserve, auf dem ihr Mann bereits beschäftigt war, blieb zuletzt bis zur Betriebsschließung 1991 vor allem im Materiallager zugange. Nach einer Umschulung übernahm sie Bürotätigkeiten für einen Fleischgroßhandel in der Markthalle, erlebte den Umzug von Leipzig nach Radefeld mit, wurde als 2. Filialleiterin eingesetzt. Aus gesundheitlichen Gründen ging sie vorzeitig in den Ruhestand. Seit der Heirat 1972 steht ihr Herbert Klockau zur Seite. Er war 1950 in Wegeleben (bei Halberstadt) geboren worden, wuchs aber wie seine spätere Frau im Leipziger Südraum (in der kleinen Nachbargemeinde Sittel) auf. Auch seine Eltern waren Landwirte, die ihn und die drei Brüder zeitig mit zur Tätigkeit im Stall und auf dem Feld heranzogen. Nur wenig Zeit blieb den jungen Menschen für Freizeitbeschäftigungen, doch beim Tanz ins Neue Jahr im Thesauer Gasthof fanden sich Inge und Herbert. Er hatte nach achtjähriger Schulbildung eine Ausbildung zum Fleischer gemacht, den Beruf in einer Eythraer Privatfleischerei auch ausgeübt, doch sah er seine Chancen 1970 als Kraftfahrer beim Leipziger Schlachthof. Dieser Möglichkeit ging er (unterbrochen vom Armeepflichtdienst 1973) bis zum Jahr 1980 nach, als ihn gesundheitliche Probleme zwangen, neue Aufgaben zu übernehmen, er fand sie als Verantwortlicher für das Gefrierlager des Schlachthofes. Als die Strukturen sich nach 1993 änderten, konnte er wieder bis zum Vorruhestand als Kraftfahrer im Einsatz sein, ist noch heute gelegentlich mit dem Transporter für Paketdienste unterwegs. Glücklich war das Ehepaar Klockau, als es Anfang der neunziger Jahre sein heutiges Domizil am Nordrand von Leipzig erwerben konnte, auch wenn dies viel Arbeit bedeutete. Aber er hält das Haus in Schuss, sie kümmert sich um den Garten und natürlich beide um die vier Enkelkinder, ihres sehr erfolgreich als Ingenieur tätigen Sohnes Thomas.
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