MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Harald und Gerlinde Klitsch

„Das Glück deines Lebens hängt von der Beschaffenheit deiner Gedanken ab.“ (Marc Aurel)

Harald und Gerlinde Klitsch

Stahlbauschlosser
99330 Gräfenroda

Der 1952 in Gräfenroda geborene Harald Klitsch durchlief eine besondere Ausbildungsstrecke. Statt des gängigen Ablaufs in der DDR (Abschluss der 8. oder der 10. Klasse, danach drei- bzw. zweijährige Berufsausbildung) hatte er die Möglichkeit nach Ende der 8. Klasse die 10. Klasse, kombiniert mit einer Berufsausbildung zu absolvieren. Der VEB Chemieanlagenbau Rudisleben machte das möglich. „Es gab damals wenig Auswahl für den Berufsweg, begehrte Lehrstellen waren rar“ begründet er seine Berufswahl. Als Facharbeiter für Chemieanlagenbau arbeitete er eine kurze Zeit, diente dann drei Jahre in den Reihen der Nationalen Volksarmee als Unteroffizier in Berlin (1970–1973). Die dreijährige Armeezeit war Voraussetzung für die Delegierung zu einem Studium, das man ihm dann doch verwehrte. Verärgert wechselte er in einen anderen Betrieb, wurde ab 1973 im VEB Stahl- und Förderanlagenbau Geschwenda im Bereich Vorfertigung tätig. Indessen hatte er seine Frau Gerlinde kennengelernt und 1974 geheiratet. Die Söhne Pierre, Mathias und Thomas bereicherten bald die Familie und Harald Klitsch setzte neue Prämissen in seinem Leben. Der Wunsch zu studieren wich dem Bestreben die Familie bestmöglich zu versorgen, mit ihr zusammen zu sein und die Entwicklung der Kinder mit lenken zu können. Insofern war der Mehrverdienst von 250 Mark der DDR bei dem Betriebswechsel auch ein Grund diesen zu vollziehen. Die Wendeereignisse brachten neue Möglichkeiten und Bedürfnisse mit sich. Mit seinem Bruder reiste er 1989 in die alten Bundesländer und bewarb um eine Arbeit. Eine Anstellung hätte er erhalten und statt 10 Mark Ost 20 Mark West verdient. Und trotzdem kamen ihm Zweifel. Die Schwiegermutter, die Tante, die Großeltern, die eigene Familie, alle waren in den neuen Bundesländern zuhause. Wer sollte für sie in Zukunft da sein? So blieb er im Betrieb, überstand die Veränderungen durch Privatisierung, Strukturänderung und Entlassung vieler Arbeitskräfte. Seine Arbeitsaufgaben blieben gleich, die Verantwortung als Vorarbeiter kam hinzu. Die letzten Jahre bis zum Ausscheiden arbeitete er als Richtmeister. Im Jahr 2014 trat er in den Vorruhe-, im Jahr 2015 in den Ruhestand. Von der neuen Regelung mit 63 Jahren in Rente gehen zu können machte er dabei aus gesundheitlichen Gründen gerne Gebrauch. Auf 42 Jahre Betriebszugehörigkeit kann er zurückschauen. Er gehörte zum Stammpersonal und zu den versierten Arbeitskräften die indessen im Betrieb fehlen wegen der Überalterung der Belegschaft. Er widmet sich heute der Unterstützung seiner erkrankten Frau. Dass die Söhne ganz in der Nähe wohnen, ermöglicht guten Kontakt – auch zu den vier Enkeln. „Gut gelebt zu haben“ bezeichnet Harald Klitsch als Glück. Auf den Zusammenhalt in der Familie ist er besonders stolz. Er ist ein Familienmensch. Immer optimistisch und der Region verbunden. An die frühere Unterstützung seiner Schwiegermutter denkt er dankbar zurück. Und die gemeinsame Freizeitgestaltung mit einem Freund gibt im die Kraft den momentanen Herausforderungen seines Lebens gut begegnen zu können.
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