MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Manfred und Christa Kluge
Nussknacker und andere Schnitzereien
Holzkünstler
Kleinlimmritz 75
04720 Döbeln
Im Haus von Christa Kluges Großeltern leben beide noch heute. Die Fluten der Zschopau hatten dem Haus 2002 sehr zugesetzt, die Solidarität der Menschen war großartig, inzwischen ist alles längst wieder in Stand gesetzt. Hier war Christa Kluge 1930 geboren worden, sie besuchte die Limmritzer Schule mit dem Abschluss der 8. Klasse, lernte in einer privaten Maßschneiderei in Döbeln (zu dem Limmritz inzwischen als Ortsteil gehört). Als Schneiderin arbeitete sie dann bis 1950, nutzte ihre Freude an Nadel und Nähmaschine später für den familiären Bedarf. Das Jahr 1950 prägte mit Heirat und Geburt der Tochter, für die sie anschließend zu Hause blieb, auch der Vater war zu pflegen. Erst 1967 stieg sie wieder ins Berufsleben ein (vorwiegend halbtags), arbeitete bis 1985 als Sortiererin in der Papierfabrik des nahen Steina. Schon zuvor hatte sie dem Gewerbe ihres Mannes zugearbeitet, ab 1985 widmete sie sich ganz dieser Aufgabe. 1990 hatte sie das Recht, in Rente zu gehen.
Manfred Kluge kam 1931 im mittelsächsischen Hartha auf die Welt. Der Werkstoff Holz war ihm von Kindesbeinen an vertraut, er fertigte Segelschiffe und Modellflugzeuge. Nach achtjährigem Schulbesuch lernte er drei Jahre Tischler in der Werkstatt seines Vaters. Im Betrieb, der schon auf den Großvater zurückging, blieb er, bis der Vater starb, fertigte Schlaf- und Wohnzimmermöbel. Den Meisterlehrgang hatte er abgebrochen, die Unsicherheit in Zeiten der Planwirtschaft schien ihm nicht zur Fortsetzung des Unternehmens tauglich, er wechselte nun in die Technitzer Papierfabrik in die Materialwirtschaft, arbeitete auch zwei Jahre in der Papierfabrik Steina, begann abends sein Profil als künstlerisch orientierter Holzschnitzer und Drechsler zu entwickeln. Was ihm erst nur als Nebengewerbe erlaubt wurde, konnte ab 1980 – viele seiner Werke gingen in den Export, brachten der klammen DDR wichtige Devisen – zum Hauptberuf werden. Als selbständiger Holzkünstler im Rahmen der Tischlergenossenschaft konnte er nun ohne Absatzprobleme wirken. Als die behördliche Beaufsichtigung 1990 wegfiel, verkaufte das Ehepaar ihre Waren nun auf den Märkten von Dresden und Leipzig, im Weihnachtsgeschäft fanden die Nussknacker, Räuchermänner und Lichterengel reißenden Absatz. 1992 verkauften sie Werkstatt und Restbestände, genießen heute ihr Rentnerdasein vor allem bei der Pflege des Gartens und der Liebe zum Enkelkind Dirk Korte. Er ist seit 2003 selbstständiger Tischlermeister.