MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Volkhard Klupsch

Vom Dreher zum Erfinder

Volkhard Klupsch

Dipl.-Ing. für Hochfrequenztechnik
Ernst-Schneller-Str. 1
07747 Jena

Volkhard Klupsch wurde zu Beginn des Jahres 1945 in Jena geboren. Die Schule besuchte er nur bis zur 8. Klasse. „Dann hatte ich eigentlich die Nase voll vom Lernen“, sagt er. Erst während der Berufsausbildung zum Dreher bei Carl Zeiss „fiel bei mir pfennigweise der Groschen, wie wichtig Bildung für die weitere Entwicklung ist“ und holte deshalb in dieser Zeit an der VHS den Abschluss der 10. Klasse nach. Nach der Lehre arbeitete Volkhard Klupsch zwei Jahre als Dreher im Brillenwerkzeugbau von Zeiss und besuchte nun nebenbei nochmals die VHS zum Erwerb der Hochschulreife. Dann delegierte ihn der Betrieb zum Studium für „Hochfrequenztechnik und Wellenausbreitung“ an die TH Ilmenau. Mit dem Diplom in der Tasche wollte er jedoch nicht nach Jena zurück und nahm deshalb 1970 eine Tätigkeit als Entwicklungsingenieur in der Messgeräteentwicklung des Funkwerkes Erfurt (Gerätewerk) auf. Dort führte seine berufliche Entwicklung über die Stationen Forschungsingenieur, Themenverantwortlicher bis zum Laborleiter. Nach der Wende erfolgte jedoch auch im Gerätewerk eine Umstrukturierung mit „gesund schrumpfen“ des Personalbestandes und er wurde wieder als Entwicklungsingenieur eingesetzt. Im Herbst 1991 schickte man ihn in eine Maschinenbaufirma nach Dinslaken, wo er die Automaten zur Herstellung von Styropor programmieren sollte. Doch 1993 ging die Firma in Konkurs und Volkhard Klupsch in Arbeitslosigkeit. Diese dauerte ca. drei Jahre, gelegentlich unterbrochen durch diverse Qualifizierungsmaßnahmen. „Es gab auch hier immer wieder Möglichkeiten sein Wissen zu erweitern“, sieht er diese Zeit rückblickend. Dann bekam er vom Arbeitsamt Erfurt eine Arbeitsstelle in Barleben (bei Magdeburg) als Entwickler vermittelt. Dort entstand 1996 mit der PROMECON- Prozess- und Messtechnik Conrads GmbH ein neues innovatives Unternehmen mit drei Beschäftigten, in dem er neben dem Firmengründer und der Sekretärin der Fachmann für Hochfrequenztechnik war. Inzwischen arbeiten dort 25 Mitarbeiter. Das Unternehmen ist heute führend bei der Entwicklung, Herstellung und dem Vertrieb von Messtechnik für Steinkohlekraftwerke, Zementwerke sowie Werke der metallurgischen Industrie. 1998 erhielt die PROMECON GmbH den Innovationspreis des Landes Sachsen-Anhalt, 1999 gehörte sie zu den 12 innovativsten Firmen der Bundesrepublik und wurde vom Bundespräsidenten Roman Herzog geehrt. Seit 1999 wird auch in der USA von der Firma AIRMONITOR in Santa Rosa (Cal) die Messtechnik in Lizenz produziert. Volkhard Klupsch erlebte noch einmal eine erfüllte Berufstätigkeit. Nicht zuletzt resultieren aus seinen Ideen vier Patente, die weltweit angemeldet wurden. „Ich hatte Glück und konnte hier mein ganzes Wissen einsetzen“, schätzt er ein. Aus gesundheitlichen Gründen musste er 2008 ausscheiden und ist heute im Ruhestand. Nun kann er sich intensiv dem Hobby widmen, das ihn schon als Jugendlicher begeistert hatte. Seit 2009 ist er, nach erfolgreich bestandener Prüfung, Amateurfunker mit Lizenz und damit einer von z. Zt. etwa 60 Gleichgesinnten in Jena. Volkhard Klupsch ist Mitglied im Deutschen Amateur- und Radioclub (DRAC) e. V. Sein Wunsch ist es, einmal so alt wie seine Mutter zu werden, die erst drei Wochen vor ihrem 100. Geburtstag verstarb.
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