MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Horst Kluczkowski
Lampen- und Fimemacher
Drechslermeister Ötztaler Straße 50 16341 Panketal OT Zepernick Fon: 030 / 9444677
„Ich bin mit Hussitenbier getauft“, schmunzelt Horst Kluczkowski. Damit will er sagen, dass er in Bernau geboren wurde. Das war 1930. In Zepernick ging er bis 1944 zur Volksschule. Dann begann er in Strausberg seine Lehre als Flugzeugmotorenschlosser. „Es war eine sehr intensive Ausbildung“, erinnert er sich. 1945 geriet er in sowjetische Gefangenschaft. Bis Dezember 1946 war er am Marionettentheater Iwoski ein „Hans Dampf in allen Gassen“. Er baute Puppen und spielte selber mit. Sein Vater begann Holzleuchten herzustellen und Horst Kluczkowski stieg als Lehrling da mit ein. Ein Jahr lernte er noch in einer Berliner Drechslerei und arbeitete ab 1948 als Geselle im väterlichen Betrieb. Später wurden aus den Holzlampen mehr und mehr Metallleuchten. 1952 heiratete er seine Erika, mit der er seither durch Dick und Dünn geht. Im gleichen Jahr wurde ihre Tochter Anita geboren. In Potsdam bekam Horst Kluczkowski 1957 seinen Meisterbrief überreicht. Das gedrechselte Meisterstück dazu hat er noch griffbereit in der Wohnung. „Alle meine gebauten Lampen und Entwürfe dazu habe ich fotografiert“, erzählt er. Den Betrieb, den sein Vater gründete, übernahm er in den 60er Jahren. Werke aus dieser Werkstatt sind im Nationaltheater Weimar und auf dortigen Straßen ebenso zu sehen, wie im Apollosaal der Staatsoper in Berlin. Auch in Schlösser, politischen Einrichtungen und zahlreichen anderen Objekten erstrahlen Lampen, die Horst Kluczkowski (mit) gebaut hat. „Die Lampen wurden abgebaut, auseinander genommen und in den ursprünglichen Zustand versetzt“, berichte er. Gemeinsam mit seiner Frau absolvierte er auch ein Fernstudium an der Spezialschule für künstlerisches Volksschaffen. Während Erika Kluczkowski sich zur Regisseurin ausbilden ließ, belegte Horst Kluczkowski den Kurs für Kameraleute. Dann leiteten beide ein Amateurfilmstudio in Bernau. So wurden verschiedene Themen umgesetzt. Beide drehten auch einen Film über die Verwundeten aus Bangladesch, die im Klinikum Berlin-Buch behandelt wurden. Diesen Streifen strahlte auch das Fernsehen in Bangladesch aus. Seither verbindet das Ehepaar tiefe Freundschaft mit diesem Volk. Ganz besonders stolz ist Horst Kluczkowski jedoch auf den goldenen Meisterbrief, den er 2007 zum 50. Meisterjubiläum erhielt. Der Drechslermeister bedauert es, dass das Auftragsvolumen nach der Wende rapide schwand und er in den 90er Jahren den Beruf nicht mehr ausüben konnte.