MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Rolf Kleindienst
„Es bleibt einem jeden immer so viel Kraft, das auszuführen, wovon er überzeugt ist.“ (Johann Wolfgang von Goethe)
und Regina Reichelt
Grüner Weg 9
08468 Reichenbach OT Brunn
Fon: 03765 / 20919
Als Sohn eines Bezirksschornsteinfegermeisters und einer kaufmännischen Angestellten 1949 in Dresden geboren, wuchs Rolf Kleindienst in Mylau auf. Nach dem Schulbesuch 1957–1967 lernte er den Beruf Aufzugsbauer im VEB Vogtländischer Aufzugs- und Maschinenbau Mylau. Nach der Lehre im Betrieb verbleibend, durchlief er hier alle Abteilungen, bevor er 1974 als Lehrausbilder eingesetzt wurde und schließlich die Lehrwerkstatt übernahm. Nach der politischen Wende in der DDR fand der Betrieb einen westdeutschen Investor und wurde umfirmiert zur Thyssen Krupp GmbH. Rolf Kleindienst blieb vorerst in Mylau in der Konstruktion beschäftigt. „Bis zur Übernahme des Hauptwerkes in Neuhausen durch einen jungen, dynamischen, studierten Mitarbeiter von Thyssen Krupp, dessen wichtigstes Anliegen es war die zehn Jahre Förderung mitzunehmen und danach das Werk in Mylau zu schließen – trotz voller Auftragsbücher und schwarzer Zahlen!“, so Rolf Kleindienst. Die Geschäftsleitung der Thyssen Krupp GmbH hatte beschlossen den Produktionsstandort Mylau zu schließen und nach Neuhausen bei Stuttgart zu verlagern. In der offiziellen Außendarstellung wurde als notwendige Reaktion auf eine bedrohliche Ergebnisentwicklung innerhalb einer Strukturkrise in der Bauindustrie – insbesondere in den neuen Bundesländern – kommentiert, was 2003 für die letzten 120 Mitarbeitern des Werkes das Aus bedeutete. Die Schließung des Standortes Mylau führte auch Rolf Kleindienst in die Arbeitslosigkeit, nicht aber in die Ratlosigkeit. Indessen 54-jährig, wusste er um seine schlechten Chancen am Arbeitsmarkt. Hinzu kam, dass auch seine Lebensgefährtin Regina Reichelt (kennengelernt 1995) indessen arbeitslos war und die beiden durch Hausneubau (1997) einen Kredit zu bedienen hatten. Das Paar entschied sich deshalb bewusst für die Selbstständigkeit, bereitete diese während der zweijährigen Arbeitslosigkeit vor und startete ab Dezember 2005 mit einem Dienstleistungsunternehmen (AHB Reichel und Kleindienst) durch. Bis zum Eintritt in den Ruhestand im Jahr 2016 blieben sie erfolgreiche Unternehmer. Regina Reichelt, geb. 1953 und von Beruf Außenhandelskauffrau, trug mit ihren kaufmännischen Kenntnissen sehr viel zu diesem Erfolg bei. 1990 erstmals arbeitslos geworden, erwarb sie während einer Umschulung Kenntnisse zu Buchführung, EDV und BWL arbeitete 1991–1997 bei Minol Messtechnik in Stuttgart, ab 1992 Standort Mulda, danach bis 2003 in der Firma Techem Plauen. Sie verließ diese (nach ihrer Kündigung) mit der Idee sich mit einem Ablesedienst selbstständig zu machen, woraus letztendlich die Firmengründungmit Rolf Kleindienst resultierte. Das Paar verbindet jedoch viel mehr als die berufliche Vergangenheit: Ehrlichkeit, Freundlichkeit, Fleiß und Ordnung sind beiden eigen. Ihre gemeinsamen Jahre sind geprägt von gegenseitiger Unterstützung und Verlässlichkeit. Sie sind stolz auf das Geschaffene und die Patchwork-Familie zu der Rolf Tochter Nadin, und Reginas Kinder Astrid und Ringo, sowie sieben Enkelkinder und zwei Urenkel zählen. „Wir machen alles zusammen, verbringen die Freizeit am liebsten miteinander,“ sagt Regina Reichelt und berichtet von sportlichen Aktivitäten, schönen Reisen, dem Wandern, dem Pilze sammeln, dem Lesen, Rolfs grünen Daumen im Garten und dem eigenen Stricken im Winter. Auch ihre Wünsche für die Zukunft sind gleichlautend: „Gesundheit und Frieden“.