MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Hans-Jürgen und Rita Klemm
Gegenseitige Unterstützung in Familie, bei Weiterbildung, im Beruf
Diplom-Ingenieur (FH) für Instandhaltung
Diplom-Ingenieurin (FH) für Werkstofftechnik und Materialprüfung
Meißner Str. 35
01589 Riesa
Fon: 03525 / 631335
Inzwischen sind auch die Kinder in ihre Fußstapfen getreten, Tochter Ines (Jahrgang 1962) wurde Werkstoffprüferin, Sohn Peter (1966) machte eine Ausbildung zum Dreher. Die Industrielandschaft an der Elbe prägte auch ihre Eltern. Hans-Jürgen Klemm wurde 1944 schon in Riesa geboren. Während seine beiden Schwestern bei der Mutter blieben, wuchs er nach der Scheidung der Eltern beim Vater auf. Die Schule besuchte er erst in Bobersen (wo sie wohnten), dann in der Nachbargemeinde Gohlis. Der Fußballplatz in Bobersen wurde zum schönsten Zeitvertreib für ihn und seine jugendlichen Kameraden, später war er auch aktives Mitglied der Sportgemeinschaft. Nach dem Abschluss der 8. Klasse 1958 begann er eine Lehre zum Spitzendreher im Riesaer Stahlwerk. Als er diese erfolgreich beendet hatte, arbeitete er kurze Zeit noch im Lehrbetrieb in Schichten, ging aber 1962 zum Aropharmwerk Riesa. Von Mai 1965 bis Ende Oktober 1966 war er bei der Armee, kehrte danach in den Betrieb zurück. Das Direktstudium an der Ingenieurschule für Walzwerk- und Hüttentechnik Riesa, zu dem er am 01.09.1969 delegiert wurde, beendete er nach drei Jahren 1972 als Ingenieur für Instandhaltung. Ehefrau Rita hatte indessen Schwangerschaft, Geburt und die ersten neun Lebensmonate des gemeinsamen Sohnes bewältigt. In den darauffolgenden Jahren war Hans-Jürgen Klemm wieder im Stahlwerk tätig, ehe er 1977 als Hauptmechaniker zum Bau- und Montagekombinat (BMK) ging. Mit dem Ende der DDR-Strukturen übernahm ihn die österreichische Firma Magulan Bau und Projektmanagement GmbH, in deren Auftrag er in Dresden, in ganz Deutschland und in Österreich unterwegs war. Dann baute er in den letzten Jahren seiner beruflichen Tätigkeit für die Nagel-Gruppe eine Mietstation für Baugeräte in Riesa auf. Als Rita Kamrath kam seine Frau 1942 in Leipzig zur Welt. Die Familie (fünf Geschwister) kam auf der Flucht vor den Kriegsereignissen nach Auerschütz bei Mügeln. Im Nachbardorf Lützschera besuchte sie die Schule bis zur 4. Klasse, beendete die 8. Klasse an der Zentralschule in Kiebitz. Im Döbelner Beschläge- und Metallwerk (DBM) begann sie eine Dreher-Lehre, abgeschlossen durch den Umzug nach Riesa auf derselben Betriebsberufsschule wie ihr späterer Mann. So lernten sie sich kennen, heirateten 1962. Nach Lehrabschluss begann sie gleich in der Werkstoffprüfung, übernahm in den Monaten der Schwangerschaft einen Schonplatz im zum Stahlwerk gehörigen Rohrwerk Zeithain. Hier fand sie in der Metallographie ihr Aufgabengebiet. Beim Fernstudium (1973–1977) in Riesa und Hennigsdorf wurde sie von ihrem Mann unterstützt, wie sie ihm in Studienzeiten den Rücken freigehalten hatte. Beider Ingenieursabschluss wurde inzwischen nachdiplomiert. Sie blieb im Rohrwerk, auch als dieses 1990 von der Mannesmann AG übernommen wurde, bis sie 1998 mit Übergangsregelung in den Ruhestand verabschiedet wurde. Zwei Enkel und die ersten Urenkel bereichern das Leben der Familie Klemm.