MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Edith und Rudolf Klein

Eine engagierte Großfamilie

Edith und Rudolf Klein

Kommunikationswirtschaftlerin
Meister der Rinderzucht

Hauptstr. 11
07751 Jena OT Isserstedt

Fon: 036425 / 22248

Edith Klein wurde am 10.09.1940 im oberschlesischen Beuthen als ältestes von drei Geschwistern geboren. Während der Vater im Krieg war, floh die Mutter im Winter 1945 mit den Kindern aus ihrer Heimat und kam vorerst in der Nähe von Jena bei einem Bauern unter. „Nach dem Brand der Scheune lebten wir in einer Baracke, bis unser Vater 1947 aus der Gefangenschaft heimkehrte und eine Wohnung in der Stadt organisierte“, erinnert sich Edith Klein. Mit sieben Jahren wurde sie in Jena eingeschult und absolvierte nach der achten Klasse eine dreijährige Lehre zur HO-Fachverkäuferin für Lebensmittel mit Spezialisierung auf Molkereiprodukte. „Die praktische Ausbildung erfolgte in einer Molkerei im brandenburgischen Kyritz“, erzählt sie. Neunzehnjährig meldete Edith sich freiwillig für eine Arbeit in der Landwirtschaft, die sie zuerst nach Sanzkow und später ins Volksgut Klockow nach Mecklenburg führte. „Uns wurde das Melken beigebracht, und fortan war ich in einem Kuhstall tätig.“ Während dieser Zeit lernte Edith im Rahmen eines Ernteeinsatzes ihren Mann Rudolf Klein kennen, der aufgrund seines Armeedienstes von 1959–1961 in der Region stationiert war. 1962 heiratete das Paar und ging zurück ins thüringische Isserstedt. „Hier haben wir zehn Jahre in der Tierproduktion gearbeitet, ich habe meinen Facharbeiter für Rinderzucht gemacht und unsere fünf Kinder – einen Sohn und vier Töchter – groß gezogen.“ Edith Klein engagierte sich zudem im Vorstand der LPG, boxte z. B. den Haushaltstag für die Frauen der Viehwirtschaft durch, und wechselte von 1974–1984 als Bürgermeisterin hauptberuflich in die Kommunalpolitik. Zu ihren Ergebnissen dieser Zeit zählt die Gründung der Kinderkrippe im Ort. Anschließend ging sie zum Rat des Kreises und übernahm bis zur Wende die Abteilung Sekundärrohstoffe. Danach wurde sie vom Landratsamt übernommen und arbeitete im selben Bereich unter dem Namen „Kommunale Abfallwirtschaft“ weiter. 1996 beendete sie diese Tätigkeit, um sich pflegebedürftigen Angehörigen zu widmen, bevor sie sechzigjährig in Pension ging. Rudolf Klein kam am 21.02.1942 in Grochowy (Bessarabien) zur Welt und arbeitete nach seiner Armeezeit zwanzig Jahre als Meister der Rinderzucht. „Anschließend wollte ich mich beruflich verändern und wechselte von 1981–1992 in den Fuhrpark von Zeiss“, berichtet er. Nach der Wende war er neun Jahre als Kraftfahrer und Zusteller bei der Post beschäftigt und ging aus dieser Anstellung heraus in Rente. Heute verbringen Edith und Rudolf Klein ihre Zeit am liebsten mit der Großfamilie, die auf acht Enkel und sieben Urenkel angewachsen ist. „Irgendeins der Kinder ist immer da“, schmunzeln beide und freuen sich, dass alle in der Region leben und arbeiten. Auch Lesen und Rätseln zählen zu den Lieblingsbeschäftigungen der Kleins, die zufrieden auf das gemeinsam Erreichte zurückblicken und hoffen, den Lebensabend bei stabiler Gesundheit noch lange miteinander teilen zu können.
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