MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Martina Klein

Auf dem Sprung

Martina Klein
Friseurmeisterin

06667 Weißenfels

Mit ungarischem Blut in den Adern (väterlicherseits) musste es wohl ein wechselhaftes Leben werden. Ruhe gönnte sich Martina Klein kaum. 1968 war sie in Hohenmölsen zur Welt gekommen, wuchs mit vier Geschwistern in der kleinen Ortschaft Gröben auf, im mitteldeutschen Braunkohlengebiet, das den Eltern Arbeit gab. Sie besuchte die zehn Klassen der örtlichen Polytechnischen Oberschule, Lieblingsfach Chemie. Als sie sich danach um eine Lehrstelle bewarb, waren die Leute vom Friseurhandwerk schneller als das Labor des Krankenhauses. Bei der Produktionsgenossenschaft des Handwerks (PGH) „Einheit“ lernte sie 1984/86 die Fähigkeiten, um sowohl den Damen wie den Herren bei ihren Frisuren gerecht zu werden. Unterbrochen von den Geburten der Kinder, genoss sie die Freude am Beruf und den Kontakt mit den Kunden. 1995 machte ein dreimonatiger Schnellkurs bei der Friseurschule Decker in Zwenkau sie zur Meisterin ihres Handwerks. Bei der Filiale der Friseurkette Klier in Günthersdorf, später in Theißen übernahm sie nun Verantwortung für fünfzehn Angestellte und die Lehrausbildung. Im Heimatort Gröben eröffnete sie im Oktober 1996 endlich ihren eigenen Salon. Bald erarbeitete sie sich einen großen Kundenstamm, Selbst Kundinnen aus Jena, Berlin, aus Ägypten nahmen Umwege in Kauf. 1999 kaufte sie ein eigenes Haus im Ort, der Laden florierte. Zum zehnjährigen Jubiläum wurde eine Filiale in Weißenfels eingeweiht. Die Chefin wechselte zwischen den Standorten, bediente die Kunden von früh bis spät abends, auch an den Wochenenden. Die Liebe zum Beruf, die Dankbarkeit der Leute ließen sie nicht an Ruhe denken. Die Familie (drei Kinder) musste zurückstecken, die beiden Ehen endeten mit Scheidung. Siebzehn rastlose Jahre zehrten an den Kräften. Um Müdigkeit, Schmerzen zu unterdrücken, wurden die Mittel immer stärker. Irgendwann streikten Geist und Körper. Der Salon musste aufgegeben werden, über zwei Jahre dauerte die Regenerationsphase. Wieder war Eigeninitiative gefragt, im Salon der Gruppe Frisör X-Press in Theißen konnte sie die Leitung übernehmen, sieht nun Chancen sich innerhalb der Gruppe weiterzuentwickeln, ist derzeit auf dem Sprung in bayrische Gefilde. Inzwischen hat sie gelernt, dass es gut ist, wenn am Feierabend auch wirklich Schluss für den Tag ist, genießt sie Ruhe und bessere Ausgeglichenheit, seit einem Jahr mit Csaba, dem neuen Tanz- und Lebenspartner.
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