MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Sabine Kleinke
„Ich habe für meine Schule gelebt“
Dipl.-Lehrerin
07381 Wernburg
So blickt Sabine Kleinke heute auf ihre Tätigkeit als Lehrerin zurück. Geboren 1952 in Greiz, hatte sie eigentlich zunächst den Wunsch Tierarzt zu werden. Dafür verließ sie nach der 10. Klasse die Erweiterte Oberschule und absolvierte eine Berufsausbildung zum Facharbeiter für Tierzucht mit Abitur im Volkseigenen Gut (VEG) Tierzucht Kleinaga (bei Gera). Da hier aber nur wenige Studienplätze zur Verfügung standen, dadurch die Zugangsbedingungen sehr hoch waren, entschied sich Sabine Kleinke kurzfristig dann doch lieber ihren zweiten Berufswunsch zu realisieren und Lehrerin zu werden. Weil die Studienunterlagen von der Schule nicht weitergeleitet wurden, kam es zu Verzögerungen bei der Einschreibung an der Pädagogischen Hochschule Erfurt. Das hatte zur Folge, für die gewünschte Fachkombination Deutsch / Geschichte nicht mehr ausgebildet und in die Fachrichtung Polytechnik umgelenkt zu werden. Nach Beendigung des vierjährigen Studiums bewarb sie sich in Pößneck, wo bereits ihr Ehemann als Lehrer arbeitete. Als Polytechnik- Lehrerin kam sie zur Polytechnischen Oberschule (POS) „Ernst Thälmann“, der Unterricht fand aber im VEB Rotasym statt. Anfang der 80er Jahre musste sie dann an die POS „Otto Grotewohl“ wechseln, um dort den Schulgartenunterricht aufzubauen und durchzuführen. Nach einigen Jahren wurde sie an dieser Schule zur stellvertretenden Direktorin berufen, die sie bis zur Wende auch blieb. Da damals Geschichtslehrer fehlten, musste sie in dem Fach auch Unterricht übernehmen. Das erforderliche Wissen dafür eignete sie sich autodidaktisch an. Mit Ende des Schuljahres 1989/1990 wurden alle Leitungsposten an den Schulen in Thüringen vakant. Auch sie sollte sich neu bewerben, wollte aber eigentlich nur noch als Lehrerin weiterarbeiten, gab dann doch einer Bitte nach und war nun noch einmal fast 10 Jahre als stellvertretende Schulleiterin tätig. Nach der Wende absolvierte Sabine Kleinke berufsbegleitend eine Fortbildung im Fach Polytechnik zur Anerkennung ihres DDR-Abschlusses sowie zeitgleich ein zweieinhalbjähriges Fernstudium zur Ethik-Lehrerin. Neben ihrer Leitungstätigkeit an der Schule unterrichtete sie zunächst im Fach Wirtschaft / Technik / Recht und später dann nur noch in Ethik. Seit 2012 befindet sie sich in der passiven Phase der Altersteilzeit. Nach dem Ausscheiden aus dem aktiven Schuldienst war sie noch einige Zeit ehrenamtlich an ihrer Schule in der Bibliothek tätig und betreute Projektarbeiten. Darüber hinaus engagiert sie sich bereits seit langem im Rechtsbereich, früher als Mitglied und Vorsitzende der Schiedskommission in Wernburg und heute noch als Schöffin am Landgericht Rudolstadt. Sabine Kleinke war 40 Jahre mit ihrem Ehemann Reinhard (†2014) verheiratet. Ihre beiden Söhne, auf die sie besonders stolz ist, haben studiert und stehen heute fest im Berufsleben. In der Freizeit liest sie gern und widmet sich der liebevollen Gestaltung des Bauerngehöftes. Vielleicht erfüllt sie sich auch noch ihren Traum von einer Reise nach Fernost.