MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Horst Kirsten
Ein glückliches Leben mit dem Federvieh und den Menschen
Meister der Geflügelzucht
Züchter deutscher Zwerghühner
Bild: Mit einem Schwarzen Wyandotten-Hahn
Wadewitzer Str. 16
04758 Liebschützberg OT Bornitz
Fon: 03435 / 620719
Horst Kirsten kommt 1946 in Präbschütz zur Welt und wächst mit zwei Schwestern auf. Der Hof ist voller Hühner, die der Vater aufzieht und schon früh kann sich auch der Sohn für sein Leben bald nichts anderes mehr vorstellen. Er hilft schon als Kind bei der Zucht mit. Auf dem Universitätsgeflügelgut Schlobachshof absolviert er eine zweijährige Lehre, ist anschließend ein Jahr Gehilfe und hat 1965 den Facharbeiterbrief endlich in der Tasche. Die Lehrlinge wohnen in dieser Zeit in einer Baracke neben dem Hühnerstall, es gibt keine modernes WC, das Wasser muss rangeholt werden. Im November 1966 ruft die Bereitschaftspolizei in Leipzig zum anderhalbjährigen Wehrdienst, danach ist Horst Kirsten ab Mitte 1968 in der LPG „Neues Leben“ in der Geflügelzuchtbrigade Möbius tätig. Im Jahr 1970, im Dezember, legt er die Meisterprüfung ab, der Verdienst entwickelt sich für ihn in den kommenden Jahren immer weiter nach oben. Horst Kirsten und seine Kollegen züchten vor allem Junghennen und Küken, die anschließend in die gesamte DDR versandt werden.
Während einer Jugendtourist-Reise nach Bulgarien lernt Horst Kirsten 1974 seine Frau Gisela kennen, sie heiraten 1976. Gisela arbeitet bei einem Babyausstatter für den Export und später bei Roller. Im Jahr 1977 wird Sohn Silvio geboren, drei Jahre später der Sohn Falko, beide haben keine Kinder. Im Beruf erlebt Horst Kirsten den Übergang zur intensiven Massentierhaltung und deren Ausbau Anfang der siebziger Jahre. Außerdem liefert sein Betrieb Serumeier für die Grippeschutzimpfung, auch Horst Kirsten verdient in dieser Zeit gutes Geld. Außerdem erinnert er sich gern an die diversen Feste der LPG und gemeinsame Unternehmungen mit den Kollgen. Rund 90 Prozent der Beschäftigen in der Geflügelproduktion sind zu dieser Zeit Frauen, davon wiederum 70 Prozent im mittleren Alter. Bis heute pflegt Horst Kirsten einen guten Kontakt zu seinen ehemaligen Arbeitskolleginnen. Eine Agrargenossenschaft löst 1991 die LPG ab, es gibt erste Umsatzeinrüche und Entlassungen. Bis 1994 ist Horst Kirsten weiterhin für die Geflügelzucht zuständig, der Bedarf an braunen Eiern steigt, vor allem Enteneier für Vietnam sind jetzt sehr begehrt, für die vor allem in Ostdeutschland lebenden ehemaligen vietnamesischen Vertragsarbeiter sind sie ein begehrter Leckerbissen. Die Produktion muss aufgrund rechtlicher Probleme eingestellt werden, Horst Kirsten gibt 2004 seinen Beruf aus gesundheitlichen Gründen auf. Er blickt mit Stolz auf seine Erfolge im Beruf und auf die Entwicklung seiner Familie zurück. Er lebt gern einfach und im Einklang mit der Natur, schätzt das hiesige Miteinander im Dorf und in der Region und will gern andere Menschen glücklich machen.