MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Herbert und Christine Klaus

Die „närrischen“ Pädagogen

Herbert und Christine Klaus

Ing.-Pädagoge
06773 Gräfenhainichen

Als Sohn einer Arbeiterin und eines kaufmännischen Angestellten 1945 geboren, folgte Herbert Klaus nach dem Abschluss der 10. Klasse der Empfehlung des Vaters: „Lerne Schlosser, die werden immer gebraucht.“ Der geeignete Lehrbetrieb war schnell gefunden – am Arbeitplatz des Vaters – im BKK Bitterfeld. So absolvierte der junge Herbert Klaus 2 ½ Jahre eine Lehre als Betriebsschlosser, mangels anderweitiger Beratung und Ideen. Jedoch, wie sich später zeigte, eine gute praktische Grundlage für seine weitere Tätigkeit. Die erfolgte nach der Ableistung seines Grundwehrdienstes in der Zentralwerkstatt Gräfenhainichen und in Folge 20 Jahre als Ausbilder in der Abteilung Polytechnik des BKK Bitterfeld. Theoretisches Rüstzeug holte er sich auf einem Meisterlehrgang und durch ein fünfjähriges Studium in Leipzig mit dem Abschluss als Ing.-Pädagoge. Mit der Wende wurde das Fach Polytechnik nicht mehr unterrichtet, seine Arbeitskraft somit nicht mehr gebraucht. Die Sonderschule rief ihn als Lehrer, doch die Einstellung dort scheiterte an der fehlenden Lehrbefähigung für das Fach Deutsch. Nun lernte Herbert Klaus Arbeitslosigkeit und Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen kennen, bevor er 1992 als Direktor der Kreisvolkshochschule Gräfenheinichen eingestellt wurde. „Von der Werkbank weg, rein ins Büro“ beschreibt er heute die große Umstellung und erinnert sich gerne an die Zeit des selbstständigen Arbeitens mit seinen zwei Mitarbeitern und die Umstellung von der Arbeit mit Jugendlichen zu der mit Erwachsenen. Nach fünf Jahren und in Folge der Gebietsreform erfolgte seine Versetzung nach Wittenberg, wo er als Fachbereichsleiter für Politische Bildung, Organisator der Deutschsprachlehrgänge für Spätaussiedler, sowie für deren Prüfungsabnahme tätig war. Ebenfalls umfasste sein Arbeitsgebiet die Vorbereitung von Hauptschulabschlüssen für Jugendliche. Bis zu seinem Eintritt in die Altersübergangsregelung übernahm er die Verantwortlichkeit der Außenstellen Gräfenhainichen und Jessen. Gesellschaftlich engagierte er sich ab 1993 zehn Jahre lang im Stadtrat, ist heute, seit über 30 Jahren, das älteste Mitglied im Karnevalsverein. Die körperliche Fitness für seine beruflichen und gesellschaftlichen Aktivitäten holte er sich bei aktivem Fußball- und Tischtennisspiel. Jetzt spielt er Gitarre, textet und singt oder kocht auch gerne mal für Ehefrau Christine. Sie teilte seine pädagogischen Ambitionen, lehrte über 40 Jahre lang die Fächer Deutsch, Mathematik, Geografie und Sport. Gemeinsame Radtouren sorgen bei den Klausens für sportlichen Ausgleich, für die heitere Seite im Leben nutzen sie die Karnevalszeit. Selbst die Enkelin Matilda und der Enkel Maximilian begeistern sich indessen für das bunte Treiben. Und dass die Söhne Matthias und Thomas gute Arbeit haben, beruhigt das Ehepaar Klaus zudem sehr.
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