MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Ulrich Kitsch
Unter Strom
Rentner
Bismarcksfelder Str. 8
12683 Berlin
Nicht nur dass Ulrich Kitsch sein berufliches Leben der Elektrizität gewidmet hat, auch als Chorsänger steht er bis heute unter Strom. Im Köpenicker Männerchorensemble brilliert er als 2. Tenor. Reisen mit seinen Mitsängern und Auftritte führten in viele Länder, bis nach Kanada und 2010 nach Japan.
Geboren wurde er 1943 in Reußendorf (Kreis Waldenburg, heute Rusinowa/ Polen). Aufgewachsen ist er jedoch in Berlin, wo er bis 1957 die Grundschule besuchte. An eine höhere Schule war nicht zu denken, als Sohn eines Selbständigen gab ihm die DDR-Bürokratie keine Chance. So begann Ulrich Kitsch eine Lehre als Elektro-Installateur bei einem privaten Meister, ging aber nach einem Jahr als Elektro-Monteur-Helfer zur BEWAG, dem Stromversorger Ost-Berlins. An der Abendschule machte er seinen Abschluss als Elektro-Monteur, holte an der Volkshochschule die 10. Klasse nach, versuchte an der Fachhochschule in Zittau einen Abschluss Elektrotechnik zu erwerben, scheiterte an mangelnden Russisch-Kenntnissen und machte dann 1967 den Meister für Elektrische Energie-Anlagen doch noch im Fernstudium. Dann holte ihn für achtzehn Monate die Armee. Wieder im zivilen Leben angekommen, fand er als Schichtleiter im Umspannwerk Friedrichshain sofort wieder den beruflichen Anschluss bei der BEWAG. Einige Jahre wirkte er als Leiter der rollenden Reparatur- und Instandsetzungsbrigade, bevor er als Schichtleiter zum Umspannwerk Wuhlheide ging. Er erwarb die Schaltberechtigung und bildete Lehrlinge aus. Später arbeitete er als Lastverteiler für die Bahnstromversorgung der Berliner S-Bahn (zuständig für Ost- wie Westberliner S-Bahn-Verkehr). In seiner Dienststelle war er für ca. 600 Mitarbeiter verantwortlich, erlebte 1994 den Übergang von der Deutschen Reichsbahn zur Deutschen Bahn AG. Inzwischen ist er nach einigen Jahren im Vorruhestand fröhlicher Pensionär mit vielen Hobbys.
In der Betriebssportgemeinschaft Turbine der BEWAG war er beim Kegeln aktiv, nahm an den Wettkämpfen der DDR-Liga teil. Seit 1986 fordert ihn der Chorgesang. Als leidenschaftlicher Puzzler freut er sich an seinen daraus entstandenen Bildern aus bis zu 15.000 Teilen. Er sammelt Kaffee-Mühlen, hat eine Modelleisenbahn-Anlage im Keller und spielt zu besonderen Anlässen auf seiner Teufelsgeige.
Der geschiedene Vater dreier Kinder (auch drei Enkelkinder) hat über 25 Jahre lang Blut gespendet, ein Engagement, das ihm wichtig schien.