MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Prof. Dr. Johannes Klare

Die Geheimnisse der Sprache lüften

Romanist Am Schlosspark 24 13187 Berlin-Pankow Fon: 030 / 47553481

Es war die hervorragende Sprachausbildung an der „Geschwister-Scholl-Oberschule“ im sächsischen Freiberg, die Professor Dr. Johannes Klare einst dazu bewog, sich für ein Studium der Romanistik in Halle zu entscheiden. Hier konzentrierte er sich auf die Romanistik, die Anglistik und Allgemeine Sprachwissenschaft und hatte außerdem das Glück, den berühmten Philologe Victor Klemperer kennen zu lernen, dem er 1951 auch nach Berlin folgte, als an der Humboldt-Universität der Bereich Romanistik neu aufgebaut wurde. Der aus der Schweiz stammende Kurt Baldinger betreute später seine Dissertation. Bereits während des Studiums schätzte Johann Klare die gute und saubere wissenschaftliche Atmosphäre, die am Institut vorherrschte. Bereits mit Mitte 20, im Jahr 1956, begann er selbst Vorlesungen zu halten. Er absolvierte eine Aspirantur und wurde 1959 zum Dozenten für romanische Philologie berufen, neun Jahre später habilitierte er sich auf diesem Gebiet und war ab 1969 26 Jahre Professor an seinem Institut. Bis heute spricht Johannes Klare nicht ohne Stolz von den ausgezeichneten Leistungen der hier Studierenden, von denen er selbst rund 70 zur Promotion führte, davon war die Hälfte weiblich. Sprachbegabung, Lust und Ausdauer sowie ein gutes Sitzfleisch sind für den Hochschullehrer auch heute noch die Grundvoraussetzungen für den Erfolg in seinem Beruf. Auch in der SED-Parteigruppe, der er seit 1961 angehörte, herrschte eine offene und kollegiale Atmosphäre, in der politische Scharfmacher eher belächelt wurden. Die gesellschaftlichen Umbrüche ab dem Herbst 1989 verbinden sich für Johannes Klare vor allem mit den bald einsetzenden Diskussionen um Evaluierung und Abwicklung. Dagegen standen die bereits zu DDR-Zeiten bestehenden guten Kontakte zu Kollegen im Westen und die Mitgliedschaft in verschiedenen internationalen wissenschaftlichen Organisationen. Er selbst hielt auch nach seiner Emeritierung im Jahr 1995 weiter Vorlesungen und Seminare auf Honorarbasis auf dem Gebiet der französischen, italienischen, portugiesischen und spanischen Linguistik, gern spricht er darüber, dass die zehn romanischen Sprachen einst aus der Zerklüftung des Lateins hervorgingen. Privat ist Johannes Klare mit seiner Frau Waltraud, die ebenfalls als Romanistin tätig ist, seit 1956 glücklich verheiratet. Diese war im Verlag „Volk und Wissen“ an der Erarbeitung der Lehrbücher für die französische Sprache beteiligt. Die Kinder sind ebenfalls sehr sprachinteressiert und haben Anglistik und Germanistik studiert.
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