MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Ernst und Christa Kimme
Durch eine großartige Familie gesegnet
Pfarrer i. R.
Untere Hauptstr. 3
09243 Niederfrohna
Manchmal ist das Leben hart – und trotzdem wunderbar. Christa und Ernst Kimme empfanden ein teilweise übermäßig arbeitsreiches Dasein als Herausforderung schönster Art, genossen spannende Zeiten, Liebe und Glück und lernten mit Trauer umzugehen. Gesegnet wurde das Paar durch eine großartige Familie.
Das Licht der Welt erblickte Ernst Kimme als Ältester von 11 Geschwistern am 18.03.1938 in Ammelshain. Die ersten sechs Lebensjahre verbrachte er in Schlesien. Die Flucht führte zurück nach Ammelshain und weitere Umzüge folgten. In Leipzig beendete er die Schule mit Abitur und studierte Theologie.
Nach dem Predigerseminar widmete er sich in Mittweida dem Pfarrvikariat, wurde nach seiner Ordination nach Wolkenburg-Kaufungen abgeordnet und verblieb dort 16 Jahre. Im Anschluss fand er seinen Wirkungskreis in Crimmitschau. Während der letzten Berufsstation avancierte er zum Rektor des Diakonissenhauses in Borsdorf, einer Einrichtung für geistig behinderte Menschen. 2002 begab sich Ernst Kimme in den Ruhestand, womit seine persönliche Ambition, als Mensch für Menschen da zu sein, natürlich kein Ende nahm.
Christa Kimme wurde am 27.04.1941 als Zwillingskind geboren. Ihr Vater starb 1943. Sie hat ihn nie kennen gelernt. Während ihres Aufwachsens spielten die Kinder in der Nachkriegszeit in den Trümmern Leipzigs. Um zu überleben wurden Kartoffeln gestoppelt, Ähren gesammelt und Pilze gesucht – für die insgesamt drei Geschwister ein kindlicher Spaß. Mit ihrer Mama bewohnten sie zeitweilig ein Kämmerlein über einer Konditorei und so manch Kuchenrand stillte den Hunger. 1947 eingeschult, erkrankte die Mutter 1951 schwer und die Kinder wurden für einige Jahre in einem Heim untergebracht.
Christa besuchte die Grund- und Oberschule und schloss diese mit der Mittleren Reife ab. Während eines Ernteeinsatzes der Schüler lernte sie ihren späteren Mann kennen. Nach dem Verlassen der Schule entschied sie sich für eine Ausbildung zur Krankenschwester – die perfekte Entscheidung, da sie mit Leib und Seele ihrer Profession nachkam.
Christa und Ernst Kimme heirateten 1963 und sechs Kinder wurden Ihnen geboren. Ein schmerzvolles Erlebnis begleitete das Jahr 1987. Sohn Martin verstarb nach schwerer Krankheit im Alter von nur 23 Jahren. Kraft diese schwere Zeit durchzustehen, schöpfte das Ehepaar aus dem Glauben an Jesus Christus. Obwohl später in der Verwaltung tätig, unterstützte Christa Kimme ihren Mann ehrenamtlich bei der Gemeindearbeit.
Die Wendezeit – jeden Montag nahm sie an den Leipziger Demonstrationen teil – war von Hoffnung begleitet. Finales Geschenk war das wieder vereinte Deutschland. In der Zeit des Umbruchs bildete sie sich in Buchhaltung weiter und war bis zum Ruhestand in diesem Bereich beschäftigt.
Heute versüßen 16 Enkel sowie 11 Urenkel den Lebensabend eines stets engagierten Paares.