MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Fritz Kießling

Ein Leben nicht auf Sand gebaut

Fritz Kießling

Meister der volkseigenen Bauindustrie i. R.
Schulgasse 77
04720 Döbeln

In der mittelsächsischen Gemeinde Ziegra (heute Ortsteil der Stadt Döbeln) kam Fritz Kießling 1932 zur Welt, wuchs mit Mutter, Pflegevater und Halbbruder auf. Die örtliche Schule besuchte er bis zum Abschluss der 8. Klasse. Dann war ein handfester Beruf angesagt. Er entschied sich für Maurer, die wurden in den Aufbaujahren nach dem Krieg wirklich gebraucht. Drei Jahre dauerte die Lehre bei der Baumeisterfirma Merker & Walde in Döbeln. Zur Arbeit ging es mit dem Fahrrad. Eine Initiative des Jugendverbandes FDJ rief ihn nach Berlin, wo er beim Bau des Walter-Ulbricht-Stadions (später Stadion der Weltjugend) gebraucht wurde. Als er 1949 ausgelernt hatte, nahm ihn die damals noch verbreitete Tuberkulose (Tbc) in den Griff, die nächsten zweieinhalb Jahre verbrachte der junge Mann in der Lungenheilstätte in Zschadraß. Danach konnte er als geheilt entlassen werden, wurde vorsichtshalber nicht auf dem Bau, sondern als Ausbilder eingesetzt. Er qualifizierte sich zum Meister der volkseigenen Bauindustrie und hatte nach Besuch eines pädagogischen Lehrgangs in Magdeburg die Befähigung erworben, als Lehrmeister zu fungieren. Ab 1973 betreute er wieder Baustellen als Polier, im Hochbaubereich verantwortete er als Meister viele Betriebsanlagen in Döbeln, Hartha und Umgebung, vor allem für den VEB Döbelner Beschläge- und Metallwarenfabrik (DBM). Sein langjähriges, stets anerkanntes Wirken endete 1992 mit dem Altersübergangsgeld, dem später der Rentenbezug folgte. Wie zu DDR-Zeiten üblich, waren die Bauleute oft noch nach Feierabend und am Wochenende für private Aufträge unterwegs. Jetzt im Ruhestand gab er noch manchem Eigenheimerbauer seine Unterstützung. 1956 hatte er seine Frau Ruth geheiratet, die in einer Beratungsstelle der Poliklinik ihren Wirkungskreis hatte. Nach über fünfzig Jahren Ehe, die goldenen Zeiten waren kaum angebrochen, ist sie 2007 für immer von ihm gegangen. Tochter und Sohn (1955 bzw. 1956 geboren) vervollständigten das Familienglück, beide wirken heute erfolgreich im beruflichen Leben. Vier Enkelkinder, zwei Urenkel bereichern mit ihrer Liebe manche Stunden des stolzen Groß- und Urgroßvaters. Die Urlaube in Tschechien, Polen, an der Ostseeküste sind Fritz Kießling dankbar in Erinnerung.
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