MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Peter Kirchner
Herr der Zinnsoldaten
Schlosser / Heizungsmonteur
Am Eichwald 10
07422 Bad Blankenburg
Fon: 036741 / 586020
Bereits als Jugendlicher war Peter Kirchner in einem Malzirkel des Chemiefaserkombinates „Wilhelm Pieck“ künstlerisch aktiv. Nach der Wende entdeckte er sein Herz zur Herstellung eigener Zinnfiguren basierend zu einem Geschichtsthema, das ihn besonders interessiert: Die napoleonische Zeit. Bereits ca. 5000 Figuren, div. Häuser und Landschaften wurden von ihm geschaffen. Damit stellt er Schlachten aus dieser Zeit nach. Seine Exponate waren schon in einer Reihe von Ausstellungen zu sehen. Zeitungen und selbst das MDR- Fernsehen berichteten über ihn. Peter Kirchner wurde am 31.12.1944 in Rudolstadt geboren und dort auch eingeschult. Doch bereits während der 1.Klasse erkrankte er schwer und eigentlich hatten ihn die Ärzte der Kinderklinik schon aufgegeben. Doch Dank der Begutachtung und Anleitung durch den Kinderarzt Prof. Ibrahim aus Jena, gelang eine schwierige Operation. Ihm wurde als erstem Kind in der DDR die Milz entfernt, die heute noch als Anschauungsobjekt für angehende Mediziner in Jena vorhanden ist. Da es eine Privatoperation war, mussten seine Eltern viele Jahre dafür zahlen, wofür er ihnen heute noch dankbar ist. So begann Peter Kirchner 1952 die Schule nochmals, die er dann mit der 10.Klasse erfolgreich beendete. Nach der zweijährigen Schlosserlehre beim VEB Kreisbau Rudolstadt arbeitete er noch einige Monate dort. Dann folgten Tätigkeiten in der Pörz-Brauerei als Schlosser, in der Brauerei Pößneck als Technologe und letztlich sein Einsatz als Betriebsdirektor in der Brauerei Königsee. Hier nahm er berufsbegleitend ein Fernstudium zum Ingenieur für Gärungs- und Getränketechnologie auf, das er aus persönlichen Gründen aber nicht beendete. Peter Kirchner wechselte 1974 ins Porzellanwerk Königsee und war als Schlosser und Werkstattleiter bis 1991 tätig. In dieser Zeit meldete er sich auch für einen Einsatz an der Erdgastrasse in der UdSSR. Dafür delegierte ihn sein Betrieb zu einer Hallenser Baufirma, für die er nun zeitweilig tätig war. Bis Wendezeit war er am „Zentralen Jugendobjekt“ eingesetzt. Als er zurück beordert wurde, befand sich das Porzellanwerk bereits in Liquidation. Er hatte Glück und fand sofort neue Arbeit bei einer Essener Leihfirma in den alten Bundesländern. Nach einem Jahr folgte dann doch Arbeitslosigkeit, in der er eine Umschulung zum Heizungsmonteur erhielt. Nach Abschluss der dreijährigen Ausbildung übernahm ihn 1995 die Heizungsfirma in Bad Blankenburg, bei der bereits sein Praktikum absolviert hatte. Einige Jahre später wurde er von einem Bekannten abgeworben und nahm im Kinder- und Jugenddorf Dittrichshütte eine Tätigkeit als Leiter der Sommerrodelbahn auf, deren Neubau er bereits begleitet hatte. Nach längerer Krankheit ging Peter Kirchner dann 2004 in den vorgezogenen Ruhestand. Hier entdeckte er die Schauspielerei für sich und spielte am Theater Rudolstadt in der Inszenierung „Der Elschtest“ einen sibirischen Holzfäller. Ende 2013 wird er sogar im Kinofilm „Die geliebten Schwestern“ zum Leben von Friedrich Schiller in der Rolle eines älteren Tänzers und Ehemannes an der Seite der Schauspielerin Ilse Bendin zu sehen sein. Darüber hinaus ist er seit 1994 Mitglied des Volkschores Bad Bankenburg, mit 175 Jahren einer der ältesten Chöre in Thüringen. Bereits zu DDR- Zeiten hatte er schon in einem Chor gesungen. Peter Kirchner ist Vater zweier Söhne und inzwischen auch dreifacher Großvater.