MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Bernd Keller
Erfüllte Arbeitsjahre
Elektromonteur
Reppener Str. 6
01594 Stauchitz
Fon: 033268 / 83198
Der Sohn eines Klempners und einer Köchin kam im Jahr 1956 in der sächsischen Industriestadt Riesa zur Welt, wuchs mit zwei Geschwistern auf. Als der Großvater mütterlicherseits starb, zog die Familie aufs Dorf, übernahm das Haus der Großeltern. Die Polytechnische Oberschule von Ragewitz besuchte Bernd Keller von 1963 bis 1971, es folgten die 9. und 10. Klasse in der Kreisstadt Riesa. Die Schul- und Lehrjahre von Bernd Keller waren zudem durch den Fußball geprägt. Er durchlief die Jugendmannschaften der BSG Stahl Riesa, wurde dann in der Junioren-Oberliga (höchste Spielklasse in der DDR) eingesetzt, eine leistungssportliche Laufbahn stand zur Debatte. Doch mit achtzehn Jahren entschied sich Bernd Keller dagegen, die vielen Trainingseinheiten belasteten sein Freizeitbudget, er wollte mehr von seiner Jugend genießen. Zwei Jahre bis 1975 dauerte seine Elektrikerlehre im Stahlwerk Riesa. Dann rief für anderthalb Jahre Pflichtwehrdienst die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR. 1977 zurück im Zivilleben, begann er wieder im Stahlwerk, fand seinen Wirkungskreis bei der Betreuung der elektrischen Anlagen im Kranbetrieb. Anfangs arbeitete er im 3-Schicht-System, später beschränkte sich sein Einsatz auf die Tagschicht. Als 1991 nach dem Ende der DDR das Stahlwerk abgewickelt wurde, ging er in Kurzarbeit Null. Da hatte er schon seine Fühler ausgestreckt und erfahren, dass im nahen Glaubitz ein neues Werk errichtet werden sollte. In der Vorbereitung darauf pendelte er ein Jahr ins Drahtwerk Plochingen (Baden-Württemberg), um sich das aktuelle Know-how anzueignen. 1992 war er von Anfang an dabei, als die SBS Sächsische Bewehrungsstahl GmbH das neue Werk in Glaubitz installierte, anfangs teilweise noch ohne Dach und Fußboden. Nicht jeder Tag war wie der andere, doch Bernd Keller nutzte jeden dieser Tage, fühlte sich bei der Arbeit gebraucht und im Kollegenkreis getragen, so dass nun schon wieder über fünfundzwanzig Jahre erfüllte Berufszeiten dort hinter ihm liegen. Diese Zeit neigt sich aber nun unaufhaltsam dem Ende zu. Anfang 2020 möchte er nach über fünfundvierzig Arbeitsjahren in den verdienten Ruhestand treten. Dann bleibt mehr Zeit für Haus, Hof und vor allem Garten, für freundliche Stunden beim Frühschoppen im Kreis der Freunde und ehemaligen Kollegen. Seine 1981 geschlossene Ehe hatte die Zeiten nicht überdauert, ihr entsprangen Bernd Kellers Stolz, die beiden Kinder, 1982 der Sohn, 1985 die Tochter, die heute teilweise weit weg von Sachsen ihren eigenen Weg gehen können.