MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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MR Hermann und Renate Kette

Vom Betriebsarzt zur eigenen Praxis

Hermann und Renate Kette

Medizinalrat
Facharzt für Allgemeinmedizin
Bauzeichnerin
07546 Gera

In Hohenleuben (südlich von Gera) kam 1937 Hermann Kette zur Welt. Der Sohn eines Bank- und Finanzbeamten besuchte die Oberschule mit Internat in Greiz, schloss 1955 mit dem Abitur ab. Für den gewünschten Studienplatz Medizin fehlte dem Angestelltenkind unter damaligen DDR-Doktrinen die richtige soziale Herkunft. Der Umweg über erste Erfahrungen als Hilfspfleger am Geraer Krankenhaus und den Besuch der Medizinischen Fachschule mit Abschluss als Pfleger erwies sich als zielführend. An der Friedrich-Schiller-Universität Jena wurde er vorimmatrikuliert, arbeitete zuvor noch ein Jahr in der HNO-Klinik der dortigen Universität. 1959 konnte er sein sechsjähriges Studium beginnen. Nach dem Staatsexamen absolvierte er eine einjährige Pflichtassistenz am Bergarbeiterkrankenhaus Gera, danach die Facharztausbildung als Allgemeinmediziner in Gera, Erlabrunn und Chemnitz (damals Karl-Marx-Stadt) und ein Ambulanzjahr im Schacht Reust (Uranerzbergbau der SDAG Wismut), wo ihn die Rettungsdienstbereitschaft auch untertage führte. Nach bestandener Facharztprüfung 1970 wurde er drei Jahre als Betriebsarzt im Bergbaubetrieb Schmirchau (bei Ronneburg) eingesetzt, zwischendurch auch zur ärztlichen Betreuung der Ferieneinrichtung der „Wismut“ nach Zinnowitz abgeordnet. Die Bergarbeiterpoliklinik in Gera-Bieblach wurde ab 1973 für viele Jahre zur Herausforderung. Als mit der DDR auch deren Strukturen im Gesundheitswesen endeten, gründete MR Kette seine eigene allgemeinmedizinische Praxis, der Stamm an langjährigen Patienten, die er schon in der Poliklinik betreut hatte, war eine gute Voraussetzung. Im Jahr 2003 übergab er die Praxis an seinen Sohn, war danach noch stundenweise hier und vertretungsweise für andere Kollegen im Einsatz. Inzwischen kam er als Patient selbst zum Herzsport und übernahm dort die geforderte ärztliche Aufsicht. Renate Kette wurde 1943 in Jena geboren, schloss die Schule mit der 8. Klasse 1957 ab, wurde beim VEB Industrieprojektierung zur Bauzeichnerin ausgebildet. Durch die Heirat 1965 wurde Gera zum Bezugspunkt. Als sie 1968 ganz dorthin wechselte, waren ihre Fähigkeiten im Stadtplanungsamt geschätzt. Bis zum Renteneintritt im Jahr 2004 konnte sie so ihren Aufgaben nachgehen. Beiden Ehepartnern ist musisches Interesse nahe, als Mitglied der Goethegesellschaft genießen sie Vorträge und Reisen. Renate Kette freute sich besonders an Gesangsunterricht, Mitwirkung in der Geraer Singakademie und kleinen solistischen Auftritten. Sohn Holger (promovierter Mediziner) teilt die Leidenschaft zum Fußballklub „Carl Zeiss Jena“ mit dem Vater. Tochter Claudia hat als Chefsekretärin ihre beruflichen Aufgaben. Drei der vier Enkelkinder wollen im ärztlichen Bereich ihren Weg gehen, der Enkelsohn hat sich für die Jurisprudenz entschieden.
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