MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Martina Keller
„Die besten Dinge im Leben sind nicht die, die man für Geld bekommt.“ (Albert Einstein)
Hasenwinkel 19
06846 Dessau-Roßlau
Fon: 0340 / 612318
Dem 1947 geborenen Mädchen Martina wurden zwei wichtige Dinge von der fortschrittlich denkenden Mutter mit auf den Weg gegeben: „Wenn du etwas nicht möchtest, musst du es nicht machen“ und „wenn du eine Entscheidung getroffen hast, musst du auch dazu stehen“. So in ihrer Einstellung geprägt, besuchte das junge Mädchen die 10-klassige Oberschule, wäre gerne Sportlehrerin geworden. Selbst sportlich aktiv und erfolgreich, war ihre schulische Arbeit nicht so nachhaltig auf diese Idee ausgerichtet. So nahm sie nach der Schule eine Arbeit in der Filmfabrik Wolfen auf. Erst ungelernt, qualifizierte sie sich mit Fleiß und Ausdauer so, dass sie schließlich im Angestelltenverhältnis 15 Jahre lang im Betriebsbüro tätig sein konnte, die Koordinierung der Betriebsingenieure vornahm. Zwischenzeitlich verheiratet mit Karl-Heinz (Ingenieur, verstorben 1996) und Mutter der Kinder Silke (geb. 1965), Mirko (geb. 1968), Antje (geb. 1969) und Ingo (geb. 1972), wechselte sie durch einen Umzug nach Dessau auch die Arbeitsstelle. Beginnend in einem Betrieb der Campingmöbel für das NSW (Nichtsozialistisches Wirtschaftsgebiet) herstellte, arbeitete sie später in der Alu-Gießerei Dr. Anspach. Die Integration der Firma bei der Kombinatsbildung Dessauer Leichtmetallguss bewirkte Strukturänderungen die sich negativ auf das Arbeitsklima auswirkten. Martina Keller, indessen qualifiziert zur Finanzkauffrau und im Einkauf und Verkauf tätig, entschloss sich zum Betriebswechsel, nahm die Arbeit im Diesel-Rohrleitungsbau Dessau auf und erlebte hier die Zeit der politischen Wende in der DDR. Schnell kamen die Interessenten aus den alten Bundesländern, boten Unterstützung und Zusammenarbeit an. Was ehrlich schien und dankbar angenommen wurde, lief schnell in eine völlig andere Richtung: Feststellen der Konkurrenz, Übervorteilung, Abwicklung. Der Privatisierung folgte der Kampf um das Überleben und die Reduzierung der Arbeitskräfte. Der fiel auch Martina Keller zum Opfer, kämpfte fortan um eine neue Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Umgeschult zur Fachkraft für Handwerkswirtschaft glaubte sie an eine Zukunft, wurde enttäuscht und bemühte sich um eine neue Weiterbildung. Ein Computerlehrgang stand nun auf dem Programm und endete wieder mit Rückkehr in die Arbeitslosigkeit. Im Sozialkulturellen Frauenzentrum Dessau e. V. fand sie letztendlich eine ABM und als Leiterin des Regionalbüros der GRÜNEN in Dessau für 1 ½ Jahre Arbeit. Mit den Neuwahlen entlassen, erhielt sei erneut eine ABM, später eine Tätigkeit im Fraktionsbüro Pro Dessau-Roßlau, die sie bis zum Eintritt in die Rente ausüben konnte. Noch heute engagiert sie sich im Frauenverein, ist Mitglied des Stadtbezirksbeirates und einmal wöchentlich in der Sportgruppe aktiv. Mit Haus und großem Garten ist ihr Ruhestand somit eher ein Unruhezustand, doch sie liebt ihr Leben wie es ist, lebt selbstbewusst und hat indessen Freude an Reisen in ferne Länder gefunden.